Stand: 27.10.2016 18:26 Uhr

Videospiele finden den Weg ins Museum

Tanzen, jagen oder Früchte zerhacken: Das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) ist gerade die wohl größte Spielhalle Hamburgs. "Eher eine Spielhöhle", wie Udo Goerke, Geschäftsführer des MKG bei der Eröffnung am Donnerstag sagte. Mehr als 100 Geräte aus 40 Jahren Video- und Computerspielgeschichte stehen für die Besucher bereit und dürfen benutzt werden. Die Räume der Ausstellung sind so gestaltet, dass sie zu den verschiedenen Zeitaltern der Spieleentwicklung passen - von der schummrigen Spielhalle bis zu klaren Kanten und Tageslicht.

Szene aus dem Videospiel "Pac Man" in der Ausstellung "Game Masters". © Hamburg Journal

Videospiele im Museum

Hamburg Journal -

Museumsbesuche sind ja nicht unbedingt jedermanns Sache, doch im Museum für Kunst und Gewerbe gibt es jetzt eine etwas andere Ausstellung. Anfassen ist hier ausdrücklich erlaubt.

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Die Macher werden gezeigt

"Vor allem wollen wir aber zeigen, wer die Macher hinter den Produkten sind", sagt Dennis Conrad, Projektleiter am MKG. Das sei schließlich die klassische Frage eines Museums. Darum sind insgesamt rund 200 Skizzen, Modelle und Grafiken aus aller Welt zu sehen, die zeigen sollen, wie viel Arbeit hinter der grafischen Gestaltung eines Spiels steckt. Dazu kommen Interviews mit Designern.

Die Ausstellung konzentriert sich auf drei Bereiche: Das Kapitel "Arcade Heroes" hebt legendäre Designer wie Masanobu Endo, Toru Iwatani und Dave Theurer aus der Arcade-Ära hervor, also aus den 70er-Jahren, als an Automaten in Spielhallen Videospiele gespielt wurden. Technik-Nostalgiker finden hier Videospiele wie "Space Invaders" (1978), "Pac-Man" (1980) oder "Donkey Kong" (1981).

Blutig wird es nicht

Zeitgenössische Spieleentwickler, die einen erheblichen Einfluss auf die Evolution des Mediums hatten, werden im Kapitel "Game Changers" vorgestellt. Hier können Besucher zu Licht aus Neonröhren "Sonic" oder "Super Mario" spielen. Es geht um die Frage, wie die Spiele immer populärer wurden und um multiplayer- und netzbasierte Spiele. Die Spiele in der gesamten Ausstellung sind alle ab sechs oder zwölf Jahren freigegeben, besonders blutige Ego Shooter fehlen also.

Der letzte Bereich "Indies" soll Einblicke in künstlerische Innovationen unabhängiger Designer geben. Hier werden junge Teams mit kleinem Budget vorgestellt, die sich häufig als zukunftsweisend für die Spielewelt entpuppt haben. Die Ausstellung läuft bis zum 23. April 2017.

"Game Masters": Joystick, Tastatur und 3-D-Brille

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.10.2016 | 19:30 Uhr

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