Stand: 25.05.2017 16:05 Uhr

Eröffnung eines "Fests der Sinne"

Im Kakaospeicher im Hamburger Hafen findet Lemi Ponifasios Oratorium "Die Gabe der Kinder" statt.

Mit einer Rede des Philosophen Achille Mbembe hat in Hamburg das Festival "Theater der Welt" begonnen. Der kamerunische Historiker warnte in seiner Festrede im Thalia Theater vor der Gefährdung der liberalen Gesellschaftsordnung. Bis zum 11. Juni werden zahlreiche Aufführungen von fünf Kontinenten zu sehen sein. Das Theaterfestival wurde 1979 in Hamburg gegründet und findet seitdem alle zwei Jahre bundesweit in einer deutschen Großstadt statt.

Ein Großteil der Hamburger Bühnen beteiligt

Zum ersten Mal seit 1989 ist das Festival in diesem Jahr wieder in Hamburg - auf Kampnagel, im Thalia Theater und im Hafen. Beteiligt sind darüber hinaus ein Großteil der Hamburger Bühnen, vom Lichthof Theater bis zur Elbphilharmonie. Schon jetzt sind über 15.000 Karten verkauft, einige der Aufführungen sind bereits komplett ausverkauft.

Scholz lobt Festival als "Fest der Sinne"

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bezeichnete bei der Eröffnung die kommenden 18 Tage mit ihren weit über 300 Veranstaltungen als "ein Fest der Sinne und eine Aufforderung zum Denken." Scholz verstehe das Theater als "gesellschaftliche, als verändernde Kraft.“ Der Saal im Thalia Theater war bis auf den letzten Platz besetzt. Philosoph Mbembe behandelte zuvor in seiner Rede die Zukunft der Demokratie im Zeitalter von Turbo-Kapitalismus, Digitalisierung und zunehmender Ablehnung von Migration. Demokratie habe keine Zukunft in einer Welt ohne Wahrheit und Verantwortung füreinander, sagte Mbembe.

Ausgangspunkt ist der Hafen

Amelie Deuflhard, NDR Kultur Moderatorin Katja Weise und Joachim Lux © NDR.de Fotograf: Anna Novak

Amelie Deuflhard und Joachim Lux über das Theater der Welt

NDR Kultur

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Dreh- und Angelpunkt für das Festival in Hamburg ist in diesem Jahr der Hafen. Hier liegt das Festivalzentrum, hier befindet sich mit dem 150 Meter langen Kakaospeicher am ehemaligen Afrika-Terminal eine neu hergerichtete Spielstätte. Außerdem haben sich viele Künstler inhaltlich mit dem Thema Hafen auseinandergesetzt. "Vom Hafen, der der Ausgangspunkt für Warenverkehr, aber auch für den Verkehr von Menschen ist, Themen abzuleiten, da landet man inmitten unserer globalisierten Welt", sagte Amelie Deuflhard, die Intendantin von Kampnagel, die "Theater der Welt" zusammen mit Joachim Lux, dem Intendanten des Thalia Theaters leitet.

Festival führt lokale und internationale Künstler zusammen

Wichtig sei ihnen, erklärt Lux, Lokales und Internationales zu verbinden: "Wer sein Dorf nicht kennt, kennt auch nicht die Welt und umgekehrt. Das eine bedingt das andere, und wenn wir uns nicht mit den hiesigen Problemen beschäftigen, haben wir auch keine Berechtigung, uns mit den internationalen zu beschäftigen. Insofern haben wir versucht, lokale Künstler und internationale Künstler zusammenzuführen."

"Die Gabe der Kinder" als Weltpremiere

Ein Beispiel dafür ist die Weltpremiere "Die Gabe der Kinder" am Donnerstag im Kakaospeicher: Lemi Ponifasio aus Samoa arbeitet mit Hamburger Performern, Musikern und Sängern. Am Sonntag bringt das Thalia Theater dann die Premiere von Hauptmanns "Webern" heraus, inszeniert von dem ungarischen Regisseur Kornél Mundruczó. Ein weiteres Highlight ist das Gastspiel von La Fura dels Baus in der Elbphilharmonie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 24.05.2017 | 08:00 Uhr

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