Stand: 23.09.2015 14:20 Uhr

Große Pause mit Gershwin

von Ulrike Henningsen

Große Pause in der Schule - das sind zwanzig bis dreißig Minuten, in denen vieles sein darf, das im Unterricht verboten ist: Essen, trinken, schwatzen, toben, noch letzte Hausaufgaben erledigen. In dieser unterrichtsfreien Zeit bekamen Schüler einiger Hamburger Schulen ganz besondere Gäste. Und plötzlich geriet manches, das sonst in der Pause unbedingt gemacht werden muss, in den Hintergrund.

Schüler tanzen zu Gershwin

Für die Hornisten des NDR Sinfonieorchesters beginnt der Arbeitstag heute um halb neun in der Aula der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg in Hamburg-Allermöhe. Die "Rhapsody In Blue" von George Gershwin steht auf dem Programm. "Das ist ein Stück für Klavier und großes Orchester. Und das in acht Hörner zu fassen ist natürlich nicht einfach, aber mir gefällt diese Fassung mindestens genauso gut“, sagt Jens Plücker, erster Solo-Hornist. Während er und seine Kollegen sich für diese besondere Fassung einspielen, kommen immer mehr Kinder und Jugendliche in den Vorraum der Aula. Direkt hinter der Tür warten Oberstufenschüler. Die kennen zwar nichts von Gershwin, hören eher "Hip-Hop, R&B" oder "was so in den Charts läuft". Ein paar Schritte weiter stehen Sechstklässler. "Wir finden das alle toll und freuen uns alle drauf.“

Die Hornisten des NDR Sinfonieorchesters bei der "Großen Pause mit Gershwin" in einer Hamburger Schule. © NDR Fotograf: Veronika Pohl

"Rhapsody In Blue" für acht Hörner

Bei der "Großen Pause mit Gershwin" konnten Hamburger Schüler diese Fassung der "Rhapsody In Blue" erleben - gespielt von acht Hornisten des NDR Sinfonieorchesters.

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Posen, Tanz und Gershwin

Sophie, Angelina und ihre Freundinnen aus der 6d dürfen sich auf den Fußboden in die erste Reihe setzen. Nach kurzer Begrüßung durch Christina Dean vom NDR Sinfonieorchester legen die acht Musiker los. Es dauert etwas, bis sich die Aufregung im Publikum legt und die Schüler nicht nur hören, sondern auch gebannt zur Bühne schauen. Zur Musik von George Gershwin tanzen zwei Frauen und ein Mann. Die Bewegungen sind einfach und fließend - coole Posen, Checker-Gang. Das kommt gut an und macht Lust, sich zu bewegen. Nachdem Tänzer und Musiker die erste Performance beendet haben, sind die Schüler dran. Von der Bühne aus zeigt Tänzerin Lisa Rykena die verschiedenen Bewegungsabläufe. Die Mehrheit der Schüler macht gerne mit.

Mit dem Bewegungsdrang steigt auch die Unruhe - am Ende aber haben es die Tänzer geschafft, in wenigen Minuten mit etwa dreihundert Jugendlichen eine einheitliche Choreografie zu gestalten. Die soll nun bei der zweiten Runde mit der "Rhapsody In Blue" von allen getanzt werden. Die Jüngeren sind besonders begeistert dabei - recken die Arme, wippen die Hüften und bewegen sich in lässigen Schritten zu Gershwins Musik. Wenn es nach ihnen geht, könnten die Musiker und Tänzer gerne öfter in kommen. Jens Plücker und seine Kollegen wären dabei.

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