Stand: 09.03.2016 11:45 Uhr

Grimme-Preis im Zeichen der Serien

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Die ARD-Serie "Weissensee" über die Zeit der DDR nach der Wende erhielt eine der Auszeichnungen.

Das Jahr 2015 war vor allem ein Jahr der Serien. Das sagte die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, bei der Bekanntgabe der diesjährigen Grimme-Preisträger. Gleich drei Serien erhalten einen Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. Neben der dritten Staffel von "Weissensee" (MDR/Degeto) werden "Weinberg" (TNT Serie) und "Deutschland 83" (RTL) ausgezeichnet.

Beitrag über illegalen Waffenhandel ausgezeichnet

Der in diesem Jahr erstmals verliehene Preis für eine "Besondere Journalistische Leistung" geht an den Beitrag "Tödliche Exporte" des SWR über illegalen Waffenhandel. Die Jury lobte besonders die "außergewöhnliche investigative Recherche" der Autoren. Der Film hat zu verstärkten Ermittlungen gegen Heckler & Koch und endlich auch gegen Bundesbehörden geführt. Die Recherchen gaben Anlass für eine aktuelle Stunde im Bundestag am 23. September 2015.

Einen Grimme-Preis in der Kategorie Information und Kultur geht auch an die NDR Koproduktion "Die Folgen der Tat". Darin setzt sich Regisseurin Julia Albrecht mit dem RAF-Attentat auf den Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto auseinander, an dem ihre Schwerster Susanne Albrecht im Juli 1977 beteiligt war.

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Alle Grimme-Preisträger 2016 im Überblick

14 Auszeichnungen in vier Kategorien - sehen Sie hier alle Grimme-Preisträger 2016 im Überblick. extern

Insgesamt waren neun NDR Produktionen und Koproduktionen unter den Kandidaten für die 14 Auszeichnungen.

Nachdem im vergangenen Jahr alle Grimme-Preise an öffentlich-rechtliche Sender gingen, wurden diesmal auch Produktionen des Privatfernsehens ausgezeichnet. Sie erhielten vier Preise. Grimme-Direktorin Gerlach hob beispielhaft die Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland" für Flüchtlinge hervor, mit der der Fernsehsender n-tv "großes gesellschaftliches Engagement" bewiesen habe.

Auszeichnung für "#Varoufake"

Ausgezeichnet wurde auch der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann. Er erhielt den Grimme-Preis für seine Satire "#Varoufake", die im "Neo Magazin Royale" gesendet wurde. Darin hatte Böhmermann behauptet, ein umstrittenes Video gefälscht zu haben, in dem zu sehen ist, wie der damalige griechische Finanzminister Varoufakis auf einer Veranstaltung den Mittelfinger zeigt.

In der neuen Kategorie Kinder und Jugend vergab die Jury zwei Preise. Neben der VOX-Serie "Club der roten Bänder" wird die KiKA-Mitmachsendung "Ene Mene Bu" geehrt.

Der undotierte Grimme-Preis, der in diesem Jahr zum 52. Mal vergeben wird, gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Auszeichnung würdigt Fernsehsendungen, die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind.

Verleihung am 8. April

Die TV-Auszeichnung wird in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie in diesem Jahr erstmals in der Kategorie Kinder und Jugend verliehen. Die diesjährige Preisverleihung findet am 8. April in Marl statt.

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