Stand: 09.08.2017 18:18 Uhr

Erster Kisseler-Theaterpreis vergeben

von Daniel Kaiser

Die kleine freie Hamburger Theatergruppe Kirschkern & COMPES erhält den ersten Barbara-Kisseler-Theater-Preis, der nach der verstorbenen Hamburger Kultursenatorin benannt ist. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Für die beiden Frauen der Theatergruppe kommt die Auszeichnung wie aus heiterem Himmel.

Judith Compes war gerade auf dem Weg zum Strand in Südfrankreich, als plötzlich ihre Kollegin Sabine Dahlhaus anrief. "Wir haben die Telefone ans Herz gelegt und das Herz der anderen schlagen hören, weil wir so wahnsinnig aufgeregt waren", erzählt sie. "Danach war das Haus nur noch erfüllt von lautem Schreien."

Zeug zum Kultstück

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"Kuckuck, Krake, Kakerlake" heißt das Stück, mit dem das Schauspielerinnen-Duo das Herz des anonymen Jurors erobert hat, der auf der Suche nach einem Preisträger unerkannt durch die Hamburger Theater gezogen ist. Kirschkern & COMPES sei ein brillanter Theaterabend gelungen, der das Zeug zum Kultstück für Kinder und alle, die jung geblieben sind, habe, lautet sein Urteil. In dem Stück erzählen die beiden Schauspielerinnen von Tieren und ihren Besonderheiten, "zum Beispiel, dass jedes Zebra einen eigenen Strichcode hat, mit dessen Hilfe ein Zebrakind erkennen kann, wer die Mutter und wer die Tante ist."

Eine neue Ära

Das Duo arbeitet seit 1998 zusammen. Es sei auf seinen Tourneen durch ganz Deutschland ein herausragender Repräsentant der Freien Kinder- und Jugendtheater Hamburgs, schwärmt die Kulturbehörde. Die 50.000 Euro sind für die beiden Frauen wie ein Lottogewinn. "Man kann diese Summe gar nicht aussprechen", lacht Compes. Die beiden wollen das Geld vor allem in einen neuen Transporter investieren. "Wir sind ja ein mobiles Theater und ständig mit unsere Requisiten und der Technik unterwegs." An den technischen Dingen hätten sie bislang immer wieder sparen müssen. "Jetzt wird eine neue Ära anfangen", freut sich die Theaterfrau.

Suche nach neuem anonymem Juror

Dieser Preis bedeutet eine immense Anerkennung ihrer Arbeit, sagt Compes. "Und die Tatsache, dass der Preis Barbara Kisselers Namen trägt, wiegt fast mehr als der immense finanzielle Segen, der da auf uns zukommt". Die beiden hätten die Senatorin immer als jemanden erlebt, der sich für sie und die Macher von Kinder- und Jugendkultur eingesetzt hat.

Der Preis erinnert an die im Oktober verstorbene Hamburger Kultursenatorin und wird von der Hermann Reemtsma-Stiftung unterstützt. Wann die Preisverleihung stattfindet, steht noch nicht fest. Das Stück "Kuckuck, Krake, Kakerlake" ist wieder vom 24. bis 26. Oktober im Hamburger Fundus Theater zu sehen. Für die kommende Spielzeit wird jetzt ein neuer Juror benannt, der einen Preisträger für die Spielzeit 2017/18 im Sommer 2018 vorschlagen wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal | 09.08.2017 | 19:30 Uhr

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