Stand: 02.03.2016 09:00 Uhr

Kolumne: Oops! She Did It Again. Europa.

von Oliver Vorwald
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Angela Merkel kämpft für ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik.

Oops! She did it again. Kein Wunder. Am kommenden Montag steht der EU-Gipfel mit der Türkei an. Kurz darauf ist Superwahlsonntag in Deutschland. Die Zeit drängt. Wohl deshalb hat sie wieder einmal bei Anne Will Platz genommen. Emotional wie selten warb Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Talk im beige-farbenen Ledersessel für ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik. Sie braucht die Herzen der Menschen.

"Wir schaffen das." Jenen Satz wiederholt die Bundeskanzlerin nicht. Aber er klingt an, als Angela Merkel sich gegen eine Obergrenze wehrt oder als sie sagt, "wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa." Ups! Sie hat es wieder gesagt. Dafür hat sie mein Herz. Und zwar unabhängig von ihrer Partei.

Solidarisch über Grenzen hinweg

Ich weiß, dass diese Worte mit ihren Konsequenzen uns alle viel Kraft und Zeit kosten werden. Aber ich bin von der Idee einer länderübergreifenden Solidargemeinschaft einfach überzeugt. Für die tritt bereits vor 2.000 Jahren einer mit Blick auf seine griechischen und türkischen Freunde ein. "Helft einander, die Lasten zu tragen (Gal 6,2)", schreibt Paulus und meint: Alleingänge helfen nicht weiter. In eine friedliche Zukunft geht es nur gemeinsam. Die Mütter und Väter der Europäischen Union waren sich darin übrigens einig. Und das in einer Zeit, die viel mehr Herausforderung war als die gegenwärtige Situation.

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Pastor Oliver Vorwald lobt das Engagement der Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage.

"Oops! I did it again", singt Britney Spears. Sie rühmt sich mit ihrem Satz, wieder einmal herzlos zu einem anderen Menschen gewesen zu sein. Für mich ist das keine Alternative. Ich vergebe deshalb einen Anker der Hoffnung an Angela Merkel. Ich finde ihr Engagement für ein offenes Deutschland und ein grenzbergreifende Lastenteilung in der Flüchtlingsfrage richtig.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

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