ARD-Hörfunkstudio Kairo

Das Studio in Kairo berichtet über Ägypten sowie den gesamten arabischen Raum von Libyen bis Oman und Syrien bis zum Südsudan.

Hans Michael Ehl (SWR)

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Studioleiter in Kairo ist Hans Michael Ehl vom SWR.

Von meinem Schreibtisch aus im elften Stock eines Hauses an der Corniche El Nil, der Nil-Promenade, fällt der Blick auf den träge fließenden Nil und das Grün einer der Nilinseln. Durch die Fenster dröhnt das Hupen der vielen Autos, die sich den Weg durch den alltäglichen Stau der Megacity Kairo bahnen. Fünf Minuten entfernt liegt das Ägyptische Museum mit dem angrenzenden Tahrir-Platz, der im Frühjahr 2011 zum Symbol des "Arabischen Frühlings" geworden ist. Kann es eine spannendere Zeit geben, einen interessanteren Ort, um für die Hörfunksender der ARD zu berichten?

Als gebürtiger Rheinländer habe ich zunächst in Bonn und Frankfurt/Main katholische Theologie und Philosophie studiert. Meine Ausbildung zum Hörfunkredakteur habe ich am sehr praxisorientierten "Institut zur Wissenschaft und Ausbildung im Bereich der Neuen Medien (ifm)" in Bruchsal in Nordbaden genossen. Seit 1998 habe ich als Redakteur, Reporter und Moderator beim Südwestrundfunk (SWR) in der Fachredaktion Religion, Kirche und Gesellschaft gearbeitet und durfte für die ARD-Hörfunkprogramme von kirchlichen Großereignissen berichten, wie von der Papstwahl 2005 aus Rom, vom Weltjugendtag im gleichen Jahr in Köln, von den Papstbesuchen in Bayern und in der Türkei, aber auch von Katholiken- und Kirchentagen.

Seit 2006 durfte ich regelmäßig Korrespondentenvertretungen in den ARD-Studios Istanbul und Kairo machen und mich mit der Region und den Menschen in meinem jetzigen Berichtsgebiet vertraut machen. Spezialgebiete sind die Themenbereiche religiöse Minderheiten im arabischen Raum, Islam und das Spannungsfeld von Religion und Politik.

Björn Blaschke (WDR)

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Björn Blaschke, WDR-Korrespondent in Kairo.

Björn Blaschke hat sich bereits im Studium mit Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten beschäftigt. Neben Politik- und Literatur- studierte er
Islamwissenschaften in Bonn. In dieser Zeit begann er auch als freier Autor, Reporter und Moderator für verschiedene Hörfunkanstalten, vor allem aber für den WDR zu arbeiten.

1997 wurde er von der Kölner Rundfunkanstalt angestellt und drei Jahre später erstmals zur Vertretung ins ARD-Studio Amman/Jordanien geschickt. Vom Frühjahr 2002 bis zum Sommer 2008 war Björn Blaschke dann fester ARD-Korrespondent in Amman. Unter anderem berichtete er aus dem Irak- und dem Libanon-Krieg.

Ab Juni 2008 legte er ein Intermezzo in Köln ein, zog aber im September 2011 wieder fort: Dieses Mal schickte ihn der WDR als Korrespondent ins ARD-Studio Kairo.

Peter Steffe (SWR)

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Peter Steffe

Man liebt diese Stadt oder man hasst sie - eine andere Variante gibt es nicht. Kairo, die größte Metropole Afrikas. Als ich Ende der 80er-Jahre erstmals in diese Millionenstadt kam, reichte die Bandbreite der Gefühle von "Oh Gott, was für ein Durcheinander und Chaos" bis hin zu "wie faszinierend". Täglich gibt es neue Erfahrungen und Erlebnisse, die scheinbar nicht enden wollen. Angefangen bei dem Umstand, dass zehn ägyptische Minuten nichts, aber auch gar nichts mit dem europäischen Maßstab für zehn Minuten zu tun haben. Wer da nicht ein Stück Gelassenheit an den Tag legt, wird sich ständig nur ärgern und an den Rand der Verzweiflung gelangen. Nicht nur dass die "Uhren" anders ticken, diese ganze Region hat einen anderen, eigenen Rythmus, dessen Takt und Pulsieren nicht mit der Rastlosigkeit Europas Schritt hält. Eine faszinierende Erfahrung, so man sich darauf einlassen kann und will. 

Wer dies aber zulässt entdeckt ständig neue Facetten in dieser Millionenmetropole, die das "Tor" zum Nahen und Mittleren Osten ist. Journalistisch ist diese Region eine spannende und zugleich große Herausforderung, angesichts der laufenden Umwälzungsprozesse in den einzelnen Ländern - dem arabischen Frühling. Mitzuerleben, wie nach dem Sturz von Ägyptens Präsident Mubarak sich die Zivilgesellschaft fortentwickelt, die Demokratiebewegung in der Lage ist, ihre Forderungen nach Freiheit und Demokratie durchzusetzen. Zu verfolgen, wo sich das Land am Nil politisch hinbewegt. Auch in Libyen und dem Jemen stehen die dortigen Machthaber Gaddafi und Saleh am Ende ihrer Regenschaft. Sie sind quasi personifizierte Sinnbilder für den Despotismus in weiten Teilen der arabischen Welt, wo sich einige Machthaber verzweifelt gegen den eigenen Sturz wehren, wie beispielsweise Assad in Syrien. 

Darüber zu berichten, sich mit den Veränderungen im Nahen und Mittleren Osten auseinanderzusetzen, diese Prozesse als Korrespondent zu begleiten, sich damit zu befassen, das alles direkt mitzuerleben, hautnah dabei zu sein, aber auch die anderen Facetten der Länder des Berichtsgebietes journalistisch zu beleuchten - etwas Spannenderes gibt es nicht.

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