Zwischen Hamburg und Haiti

Deutsch, deutscher, am deutschesten

Sonntag, 07. Juni 2015, 07:30 bis 08:00 Uhr , NDR Info

Ein Beitrag von Dagmar Wittek

An der Mündung des Swakop-Flusses sind 1893 die ersten deutschen Siedler an Land gegangen. Die beste Anlegestelle ist eigentlich 30 Kilometer weiter südlich Walvis Bay, heute der einzige Tiefseehafen Namibias. Diese Bucht hatten die Engländer aber schon 15 Jahre zuvor besetzt. Das deutsche Kaiserreich brauchte unbedingt eine Versorgungsstation für seine Truppen und die Kolonie. So mussten die Schiffe vor Swakopmund auf Reede liegen. Entladen wurde die Fracht auf Flöße - mithilfe von Seilen und Paletten. Ein Jahr später - 1894 - richtete die Reederei Woermann einen regelmäßigen Frachtverkehr zwischen Hamburg und Swakopmund ein.

Deutsche Spuren auf Schritt und Tritt

Die Woermanns zählen auch heute noch zu den einflussreichsten Familien Namibias. Sie betreiben mehr als 40 Supermärkte - mit deutscher Bäckerei und Schlachterei. Zur großen Freude der deutschen Pensionäre und Touristen. Swakopmund gilt als deutscheste Stadt Namibias - mit blitzblank gefegten Straßen, frisch gestrichenen Häuschen, manche sogar mit Fachwerk. Bismarckstraße, Altes Amtsgericht, Post- und Kaiser-Wilhelm-Straße, Brauhaus, Hotel Schweizerhof und Hansa Hotel. Deutsche Spuren auf Schritt und Tritt. In Swakopmund liegen die Ursprünge der einstigen Kolonie Deutsch-Südwest. Von 1884 bis 1915 regierten die Deutschen diesen kargen Landstrich zwischen Atlantik und der Namib-Wüste.