Stand: 20.01.2012 09:45 Uhr  | Archiv

Was ist eine Planinsolvenz?

von Ulrich Czisla, NDR Info Wirtschaftsredaktion
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Eine Insolvenz muss nicht zwangsläufig das Aus für ein Unternehmen bedeuten, sie kann auch die Chance zur Rettung sein.

Oberstes Ziel des deutschen Insolvenz-Rechtes ist es, profitable Teile eines angeschlagenen Unternehmens zu erhalten: Ging es in der alten, bis 1999 gültigen Konkursordnung noch in erster Linie um die Auszahlung der Gläubiger, spielt heute auch der Erhalt der Arbeitsplätze eine wichtige Rolle. Ein besonders geeignetes Instrument dafür kann eine sogenannte Planinsolvenz sein. Sie erlaubt Schuldnern und Gläubigern vom üblichen Insolvenz-Verfahren abzuweichen und das betroffene Unternehmen nach einem gemeinsamen, strukturierten Plan zu sanieren.

Größter Vorteil: Die Geschäftsführung kann bleiben

Größter Vorteil einer solchen Planinsolvenz: Die Führung des betroffenen Betriebes muss nicht in die Hände eines Insolvenzverwalters gelegt werden, sondern kann bei der alten Geschäftsführung verbleiben. Trotzdem stehen dabei die klassischen Sonderrechte einer Insolvenz zur Verfügung, um das Unternehmen von Verbindlichkeiten zu entlasten. Wie etwa Sonderkündigungsrechte von langfristigen Verträgen wie Miet-, Liefer-, aber auch von Arbeitsverträgen.

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NDR Info | 20.01.2012 | 09:45 Uhr

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