Jazz Special

"Misterioso" - Thelonious Monk zum 100. Geburtstag

Freitag, 13. Oktober 2017, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Karl Lippegaus

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Thelonious Monk, neben anderen großen Namen einer der Mitbegründer des Bebop, wäre am 10. Oktober 2017 hundert Jahre alt geworden.

Thelonious Monk (1917-1982) war ein höchst origineller, in der Musik wie im Leben unorthodoxer und nonkonformistischer Künstler. Das Meiste hatte er sich selbst am Klavier beigebracht, mit 23 Jahren wurde er Hauspianist in "Minton’s Playhouse" in Harlem und verkündete: "Wir werden etwas kreieren, das sie uns nicht klauen werden; etwas, dass sie nicht nachspielen können." Während Charlie Parker und Dizzy Gillespie gefeiert wurden, musste er immer wieder lange Durststrecken durchstehen, was ihn dazu brachte, viel zu komponieren und sich als Jazzpädagoge zu betätigen.

 Von der Exzentrik verdeckt

Nach bahnbrechenden Platten für Blue Note bekam Monk eine Titelstory im "Time"-Magazin. Der Ehrentitel "Hohepriester des Bebop" war auch eine Anspielung auf seine Exzentrik. Die Wurzeln seiner Musik waren Blues und Spirituals aus seiner Jugend, sein Klavierspiel zeigte Affinitäten zu den Größen des Harlem Stride Pianos. Mit Stücken wie "'Round Midnight", "Criss Cross", "Monk’s Mood" und "Straight No Chaser", heute allesamt Klassiker des Jazz, schuf Monk sich eine eigene Welt. Ein Mythos bildete sich um Monk. Sein Image als Exzentriker verdeckte jedoch den Blick auf viele Aspekte seines Lebens, die erst Robin D.G. Kelley mit einer großen Biographie 2009 erhellte. Um die unbekannteren Kapitel einer Karriere, die dreißig Jahre mit vielen Höhen und Tiefen umfasste, geht es in dieser Sendung zum 100. Geburtstag. Dazu gehört auch die kürzlich erst komplett aufgetauchte Musik zu Roger Vadims Film "Les Liaisons Dangereuses" von 1959.

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