Stand: 28.06.2017 10:57 Uhr

Singhammer: CSU will Ehe nur für Mann und Frau

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Der CSU-Politiker Johannes Singhammer zeigt sich beim Thema "Ehe für alle" vom Koalitionspartner SPD enttäuscht.

Der CSU-Politiker und Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer hat sich gegen die volle Gleichstellung von homosexuellen Paaren ausgesprochen. Auf NDR Info sagte Singhammer, er sehe innerhalb der Union und vor allem in der CSU unverändert eine sehr große Mehrheit dagegen. Bei der Abstimmung im Bundestag, die voraussichtlich am Freitag stattfinden soll, werde er mit "Nein" stimmen. Er gehe davon aus, dass eine große Mehrheit der Unions-Abgeordneten dies ebenfalls tun werde.

"Kinder brauchen Vater und Mutter"

Singhammer bemängelte vor allem, dass Schwule und Lesben ein vollständiges Adoptionsrecht bekommen sollen. "Wir wollen die Ehe für Mann und Frau", betonte er. Die Gleichstellung sei weitestgehend erfolgt. "Ich bin der Meinung, genau wie meine Kollegen, dass es für das Kindeswohl das Beste ist, wenn ein Kind zwei Bezugspersonen unterschiedlichen Geschlechts hat, also Vater und Mutter". Der CSU-Politiker fügte hinzu: "Wir glauben, dass ein Kind die Unterschiedlichkeit braucht von Vater und Mutter. Das ist eine Lebenserfahrung, die sich über Jahrhunderte von Jahren verfestigt hat."

Enttäuschung über den Koalitionspartner SPD

Vom Koalitionspartner SPD zeigte sich Singhammer enttäuscht. Union und SPD hätten eine klare Vereinbarung getroffen, die Ehe nicht für Lesben und Schwule zu öffnen. Diese Abmachung gelte bis zum Ende der Großen Koalition.

Singhammer sagte, die SPD versuche, kurz vor der Bundestagswahl ein Thema durchzusetzen, das auch verfassungsrechtlich eine Vielzahl von Problemen aufwerfe. Unklar sei beispielsweise, ob eine Verfassungsänderung nötig sei. "Dass das jetzt im Schweinegalopp in der letzten regulären Sitzungswoche durchgepeitscht wird, das ist mit dieser Komplexität nicht zu vereinbaren", bemängelte der CSU-Politiker.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 28.06.2017 | 06:50 Uhr