Stand: 20.01.2016 10:04 Uhr

Maly: "Stärker auf Flüchtlinge zugehen!"

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Ulrich Maly fordert ein Ende der Diskussionen innerhalb der Großen Koalition über die Flüchtlingspolitik.

Mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen. Städte und Gemeinden haben die Herausforderungen nach eigenen Angaben passabel gemeistert. Jetzt aber sehen sie die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Sie fordern unter anderem mehr Geld vom Bund für die Flüchtlingshilfe. Die langfristige Integration der Flüchtlinge sei eine große Herausforderung, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister und Vizepräsident des Deutschen Städtetages Ulrich Maly (SPD) auf NDR Info.

"Die Neuen nicht als Störenfriede sehen"

Bei der Integration sei es zum einen wichtig, die harten Fakten zu klären, sagte Maly. "Wir brauchen Wohnungen, wir brauchen Jobs, wir brauchen Sprach- und Integrationskurse, einen Kindergartenplatz und einen Platz in der Schulklasse." Zum anderen forderte er die Deutschen auf, mehr auf die Flüchtlinge zuzugehen. "Die Menschen müssen zumindest ein bisschen bereit sein, sich mit den Neuen auseinanderzusetzen, sie nicht als Störenfriede oder als potenzielle Gewalttäter zu sehen." Das klappe an vielen Stellen, dort wo Begegnungen organisiert werden könnten. Es klappe aber auch an vielen Stellen nicht, dort wo diffuse Ängste artikuliert würden.

"Aktuelle Debatte verunsichert"

Vor dem Städtetags-Treffen in Bochum forderte Maly zudem die Regierungskoalition auf, ihre Streitereien in der Flüchtlingspolitik beizulegen. Die aktuelle Debatte über die Flüchtlingskrise trage zur Verunsicherung der Bevölkerung bei, erklärte der Oberbürgermeister von Nürnberg. Er sagte auf NDR Info, manch einer sei vielleicht klug beraten, mal eine vorschlagsfreie Woche einzulegen. Stattdessen solle zunächst das bereits Beschlossene umgesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 20.01.2016 | 06:20 Uhr