Stand: 02.03.2016 11:02 Uhr

Göring-Eckardt fordert eine europäische Lösung

Zehntausende Flüchtlinge sitzen in Griechenland fest, seit Mazedonien seine Grenze nahezu abgeriegelt hat. Besonders dramatisch ist die Situation im Grenzort Idomeni. Allein dort warten fast 10.000 Menschen in provisorischen Camps auf ihre Weiterreise - unter untragbaren Bedingungen.

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Katrin Göring-Eckardt fordert eine EU-weite Verteilung der Flüchtlinge und eine bessere Registrierung.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, bezeichnete die Lage in Idomeni als untragbar. "Es ist dringend notwendig, eine europäische Lösung zu finden", sagte sie auf NDR Info. "Es ist völlig klar, dass die Europäer hier gemeinsam handeln müssen und dass wir es uns gemeinsam nicht leisten können, Menschen in so einer Situation leben zu lassen", betonte die Grünen-Politikerin.

Flüchtlinge von dort direkt nach Deutschland zu holen, wie es etwa der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt, sei keine Lösung. Die EU-Mitgliedsländer müssten sich vielmehr auf eine langfristige Strategie verständigen.

"Schließen nationaler Grenzen ist keine Lösung"

Ebenso lehnte Göring-Eckardt eine Schließung nationaler Grenzen ab. "Europa hat eine 14.000 Kilometer lange Außengrenze. Wir erleben jetzt schon, dass Menschen sich andere Wege suchen - und das ist eigentlich auch allen Beteiligten klar", erklärte sie. Die EU-Kommission müsse stattdessen Druck machen. "Für mich heißt Außengrenzen schützen, dass registriert und verteilt wird, wenn Menschen nach Europa kommen."

Auch die Verteilung der Menschen in Europa ist nach den Worten Göring-Eckardts von zentraler Bedeutung. Zwar könne sich nicht jeder Flüchtling aussuchen, in welches Land er komme, räumte die Grünen-Politikerin ein, "aber es gibt ja Wünsche, die sehr berechtigt sind und die dafür sorgen, dass Integration stattfindet". Als Beispiele nannte Göring-Eckardt, dass jemand in seinem Wunschland Aussicht auf Ausbildung oder Arbeit hat oder dass bereits Verwandte dort leben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 02.03.2016 | 06:20 Uhr