Stand: 10.09.2015 09:31 Uhr

Thun: "EU-Flüchtlingsquote hilft auch Polen"

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Die Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern sollen auf die EU-Länder verteilt werden.

Die Flüchtlingskrise stellt Europa auf die Probe. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat ein mutiges und entschlossenes Handeln gefordert. Sein Plan: Flüchtlinge sollen per Quote auf alle EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden - und zwar verpflichtend. Skeptisch bleiben osteuropäische Länder: Ungarn, Tschechien und auch Polen. Die polnische EU-Abgeordnete Roza Thun lobte allerdings den Vorschlag Junckers. Auf NDR Info sagte sie: "Der Kommissionspräsident schlägt den Mechanismus nicht nur für heute vor und nicht nur für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer kommen, sondern einen Mechanismus, der immer funktionieren soll."

Der Blick geht Richtung Ukraine

Junckers Vorschlag könnte auch für Polen nützlich sein, falls der Konflikt in der Ostukraine sich ausweiten und eine Flüchtlingswelle aus der Ukraine kommen könnte, so Thun. Polens Präsident Andrzej Duda hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass Polen keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen werde, da bereits viele Ukrainer im Land seien. "Die Ukrainer sind für uns aber kein Problem", sagte Thun.

"Die Stimmung in Polen ändert sich"

Was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht, hat die konservative Europa-Abgeordnete einen Wandel in Polen beobachtet: "Am Anfang waren die Menschen sehr ängstlich, aber die Stimmung hat sich schnell geändert." Geholfen habe dabei, dass sich die Kirche pro Flüchtlinge zu Wort gemeldet habe. Verschiedene Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen würden immer häufiger sagen, dass sie Asylsuchende empfangen wollen. Auch die Willkommens-Bilder aus Deutschland hätten einen großen Eindruck auf die Polen gemacht.

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NDR Info | 10.09.2015 | 07:08 Uhr