Forum am Sonntag

Aufwachsen in Zeiten der Angst

Sonntag, 05. Februar 2017, 06:05 bis 06:30 Uhr, NDR Info

Vater und Sohn spielen "Flugzeug" © NDR - Julia Knop Fotograf: Julia Knop

Aufwachsen in Zeiten der Angst

NDR Info - Forum am Sonntag -

Eltern und Großeltern fragen sich, wie man Kindern und Enkelkindern zerstörerische Kräfte erklären kann, ohne dass sie die Hoffnung auf eine gelingende Zukunft verlieren.

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Was uns ermutigt, die Hoffnung nicht zu verlieren
Von Doris Weber

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74 Prozent der Deutschen befürchtet einen Terroranschlag im eigenen Land. Wie kann Kindern die Angst genommen werden?

Die Deutschen haben so viel Angst wie schon lange nicht mehr. 74 Prozent der Bevölkerung befürchtet einen Terroranschlag im eigenen Land. Sie sind entsetzt, erschrocken, verängstigt. Manche Kinder trauen sich nicht mehr ohne ihre Eltern aus dem Haus, Großveranstaltungen werden vielerorts gemieden. Unsere Welt ist aus den Fugen geraten - dieser Satz ist immer häufiger zu hören. Eltern und Großeltern stehen vor der Frage, wie kann man Kindern und Enkelkindern diese zerstörerischen Kräfte erklären, ohne dass sie die Hoffnung auf eine gelingende Zukunft verlieren?

"Große Sorgen , die Eltern morgens zur Arbeit fahren zu lassen"

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Michael Schulte-Markwort, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie in Hamburg, rät zu einem angemessenen Umgang mit der Angst.

Michael Schulte-Markwort ist ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und des Kinderkrankenhauses Altona, er rät zu einem angemessenen Umgang mit der Angst: "Angemessen heißt, wenn es uns gelingt, eine gute Balance hinzukriegen zwischen Nicht-Verleugnung einer tatsächlichen Veränderung in der globalen Welt, einer Veränderung auch von Bedrohung durch Terrorismus, und auf der anderen Seite aber auch unser aktuelles Leben und unsere Lebensqualität davon nicht beeinträchtigen zu lassen. Wenn sich jemand entscheidet, sich von seiner Angst so dominieren zu lassen, dass er sein Haus nicht mehr verlassen möchte, ist das natürlich auch am Ende seine freie Entscheidung." Anders ist es, wenn Kinder aufgrund der Ängste der Erwachsenen selbst überängstlich oder gar panisch reagieren. Hier appelliert Michael Schulte-Markwort an die Erwachsenen. "Wir sind in besonderer Verantwortung, unseren Kindern zu zeigen, wie man mit dieser veränderten Situation zurechtkommt, wie man damit umgeht, wie man das einschätzt. Das ist natürlich altersabhängig, was die Kinder angeht, aber es wäre auch fahrlässig von Erwachsenen, einfach ungefiltert die eigene Unsicherheit immer weiterzugeben. Es gibt Kinder, die reagieren besonders geängstigt, die sich nicht mehr trauen rauszugehen, oder dass sie große Sorgen haben, die Eltern morgens zur Arbeit fahren zu lassen, oder dass sie sich auch Sorgen machen, wenn sie bei große Veranstaltungen z.B. Sportveranstaltungen in großen anderen Menschenmengen sich aufhalten."

Doch manchmal stürmen in wenigen Tagen so viele Ereignisse auf uns ein, dass wir die Nachrichten und die Bilder des Schreckens kaum bewältigen können. Wie also lernen, die geistige Stärke zur Unterscheidung zu bewahren? Was ermutigt uns, dem Schwarz-Weiß-Denken zu widerstehen? In der Sendung suchen Psychiater, Theologen und Politikwissenschaftler nach Antworten.

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Aufwachsen in Zeiten der Angst

05.02.2017 06:05 Uhr

Das Manuskript der NDR Info Sendung Forum am Sonntag "Aufwachsen in Zeiten der Angst - Was uns ermutigt, die Hoffnung nicht zu verlieren" als PDF. Download (127 KB)