Forum am Sonntag

40 Jahre Scheidungsrecht - Mama betreut, Papa zahlt?

Sonntag, 23. Juli 2017, 06:05 bis 06:30 Uhr, NDR Info

Ein Vater hält sein Kind auf dem Arm, die Mutter ein Notebook (Montage). © Fotolia.com, picture-alliance/ZB Fotograf: Franz Pfluegl, Patrick Pleul

40 Jahre Scheidungsrecht

NDR Info - Forum am Sonntag -

Mama betreut, Papa zahlt - diesen Ruf hat das Unterhaltsrecht. 40 Jahre ist es alt und sollte eigentlich den Frauen zu mehr Unterstützung verhelfen. Hat es das gehalten?

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Mama betreut, Papa zahlt?
Von Katharina Jetter

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Ein Kind braucht Mutter und Vater.

Das deutsche Scheidungsrecht feiert Geburtstag. 40 Jahre ist es alt im Juli. Und es hat für die Frauen bei Scheidung und Trennung viele wichtige Rechte gebracht: Seitdem muss der wirtschaftlich stärkere Partner dem schwächeren Part Kindesunterhalt zahlen. Und der Versorgungsausgleich wurde eingeführt. Auch im Jahr 2017 führt das in den meisten Fällen zu der Regelung: Mama betreut, Papa zahlt! Aber immer mehr Männer wehren sich dagegen und wollen genauso viel Zeit mit ihren Kindern verbringen wie die Mütter.

Auf Amtsdeutsch heißt das "Umgang"

Das Kind gehört zur Mutter. Der Vater tritt nur sporadisch ins Leben seines Kindes, hat "Umgang" wie es im Amtsdeutsch heißt. Das ist nach einer Trennung die häufigste, auch von den Familiengerichten unterstützte Lösung. Ein Zustand den Johannes Zink nicht akzeptieren will. Nach langen Auseinandersetzungen mit seiner Ex-Frau hat er erreicht, dass seine Tochter zu fast gleichen Teilen bei ihm lebt, er meint: "Weitverbreitet ist auch heute noch die Ansicht, dass Kinder ein zuhause bräuchten, den sogenannten Lebensmittelpunkt. Das wird in der Familienberatung dann sehr oft ins Feld geführt, wenn der zweite Elternteil gerne auch viel mit betreuen möchte. Und genau das ist es, was Kinder am wenigsten benötigen."

Ungerechtes Scheidungs-und Trennungsrecht?

Johannes Zink hat sich eingearbeitet in die Materie. Zuerst aus privaten Gründen, dann aus gesellschaftspolitischen. Er will was verändern am, seiner Meinung nach, ungerechten Scheidungs-und Trennungsrecht. Seit einem Jahr leitet er die Bezirksstelle des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht und berät vor allem Väter nach einer Trennung: "Wir sind der Überzeugung, und werden gestützt durch internationale Forschung, dass der emotionale Lebensmittelpunkt für Kinder der entscheidende ist. Also zu wissen, sie sind fest verankert bei beiden Eltern und sie haben somit ein Zuhause bei beiden Eltern. Und das kann an zwei verschiedenen Wohnungen stattfinden, das ist für Kinder sehr leicht beherrschbar."

Das Forum am Sonntag zeigt den Zwiespalt, in dem Familien heutzutage nach Trennung und Scheidung leben. Und welche Auswirkungen das geltende Recht hat.