Die Reportage

Thermik und Nervenkitzel

Sonntag, 14. Juni 2015, 06:30 bis 07:00 Uhr , NDR Info

Lautlos über die norddeutsche Tiefebene
Von Tobias Nagorny

"Das ist Freiheit pur da oben. Man muss sich aufs Fliegen konzentrieren und alles andere verblasst dann auch daneben. Man ist voll auf das Fliegen fixiert. Also, wie im Auto, mal kurz rechts anhalten und verschnaufen ist nicht. Wenn man fliegt, dann fliegt man die ganze Zeit, bis man eben wieder Boden unter den Flächen hat."

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Ein tolles Gefühl, lautlos über den Norden zu schweben ...

Segelfliegen ist kein elitäres oder teures Hobby. Segelfliegen ist Sport - vor allem Teamsport. Auf dem Segelflugplatz Boberg, direkt vor den Toren Hamburgs, starten unzählige Hobbypiloten zu ihren Flügen über Norddeutschland. Zunächst geht es mit der Seilwinde im steilen Winkel Richtung Himmel. Auf 500 Metern Höhe wird das Flugzeug ausgeklinkt. Dann sucht der Sportpilot thermische Aufwinde, um sich höher und höher zu schrauben und um schließlich das Gefühl zu genießen, lautlos, in einer Höhe von über 1500 Metern, über die norddeutsche Tiefebene zu gleiten.   

Segelfliegen ist kein elitäres Hobby, sondern ein Teamsport

Das sportliche Angebot reicht vom Entspannungsflug nach Feierabend bis zum Wettkampf- und Segelkunstflug. Besonders bei den Langstreckenwettkämpfen sind Distanzen von bis zu 350 Kilometern keine Seltenheit. Eine große Herausforderung für den Piloten - mental wie körperlich. Damit das alles klappt, ist Teamgeist gefragt. Denn allein kommt man nicht in die Luft. Dafür braucht es Starthelfer, Windenfahrer, Fluglehrer und jede Menge helfende Hände. Unser Reporter Tobias Nagorny durfte sogar bei einem Kunstflug mit dabei sein ...

Die jüngsten sind gerade mal 14, die ältesten über 90 Jahre alt

Der Hamburger Aero-Club-Boberg hat 250 Mitglieder. Gemeinsam bringen sie sich gegenseitig in die Luft. Die jüngsten sind gerade mal 14, die ältesten über 90 Jahre alt. Damit ist der HAC einer der größten Segelflugvereine Deutschlands. Auf dem Flugplatz, direkt vor den Toren Hamburgs, starten sie zu ihren Flügen über Norddeutschland. Damit alles klappt, ist Teamgeist wichtig. Sonst kommt hier keiner nach oben. Bei viel Betrieb geht hier ein Flugzeug nach dem anderen von der gut ein Kilometer langen Graspiste in die Luft. Dann ist vor allem am kleinen mobilen Start-Bus viel zu tun, von wo alles koordiniert und überwacht wird.