Die Reportage

Integrationstraining!

Sonntag, 10. Januar 2016, 06:30 bis 07:00 Uhr , NDR Info

Ein Fußball fliegt ins Tor. © panthermedia Fotograf: Tobias Eble

Völkerverständigung auf dem Sportplatz

NDR Info - Die Reportage -

Die integrative Kraft des Sports macht gerade Schule. Das zeigt das Beispiel von zwei Hamburger Sportvereinen, die Flüchtlinge zum Sport eingeladen haben.

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Völkerverständigung auf dem Sportplatz
Von Katharina Jetter

Sie sprechen ganz unterschiedliche Sprachen, aber die Fußballregeln kennen Sie alle. Die Jungs aus Somalia, Syrien und Afghanistan genauso wie ihre deutschen Mitspieler. Auf dem Platz zählen Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Fairness - und der Zusammenhalt untereinander. Sport kann zaubern. Denn schnell wird aus Fremden ein Team, ganz egal, woher man kommt. Ob aus der Asylunterkunft oder aus der Reihenhaussiedlung. Die integrative Kraft des Sports macht gerade Schule. Das zeigt das Beispiel von zwei Hamburger Sportvereinen, die offen auf Flüchtlinge zugegangen sind und sie eingeladen haben, mitzuspielen.

"Nicht nur ein Fußballverein. Wir sind wie eine Familie."

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Im Hamburger Fußballverein "Veddel United" sind die wenigsten Mitglieder deutscher Herkunft.

Sedat Cukadar arbeitet bei der Hamburger Stadtreinigung als Kraftfahrer, aber er ist auch Präsident eines Fußballvereins in Hamburg Veddel. 150 Mitglieder hat der von ihm gegründete Verein "Veddel United". Die wenigsten sind deutscher Herkunft. Auf der Hamburger Veddel leben sehr viele Einwanderer-Familien. Die Mieten hier sind günstig.  Aber außer einer Schule, einem Discounter, ein paar albanischen Männercafes und einem Container-Dorf für Flüchtlinge gibt es hier nicht viel. Da bekommt ein Fußball-Platz und ein Fußball-Verein noch eine größere Bedeutung, sagt Sedat Cukadar: "Wir sind nicht nur ein Fußballverein. Wir sind wie eine Familie. Wir sorgen, wenn einem etwas Schlimmes passiert ist."

Flüchtlinge aus der Erstaufnahme

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Integration über den Sport - ein einfacher Weg, die deutsche Sprache zu lernen und sich ein bisschen mehr zu Hause zu fühlen.

Seit ein paar Monaten spielen auch Flüchtlinge aus der Erstaufnahme mit. Mal kommen sie, mal nicht. Manche ziehen weg, neue kommen dazu, erklärt Sedat Cukadar. Seinen Verein gibt es erst seit zwei Jahren. Er weiß, dass es Unterstützung gibt, wenn sich Vereine um die Integration von Flüchtlingen kümmern, aber wie er an das Geld kommt, das hat er noch nicht herausgefunden. Keine Zeit, sagt er. Und es geht ja auch so, dank der Kupferhütte Aurubis, einem ortsansässigen Unternehmen, das den Verein sponsert. "Zuerst ist es natürlich, dass sie scheu sind, weil sie keinen kennen von uns. Für die Flüchtlinge ist das neu. Sie wissen nicht, was sie erwartet."