Die Reportage

Fiedler zu Besuch

Sonntag, 07. Juni 2015, 06:30 bis 07:00 Uhr , NDR Info

Das Irish Folk Festival in Poyenberg
Von Claudio Campagna

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Sie haben einmal klein angefangen, aber davon ist jetzt nichts mehr zu sehen: das Folk-Festival in Poyenberg.

Am Rande des Naturparks Aukrug, neben Wald und Weideflächen, zwischen Neumünster und Itzehoe, liegt das 400-Einwohner-Dorf Poyenberg. Jedes Jahr im Juni herrscht hier Ausnahmezustand: Tausende Besucher reisen mit Zelten und Campern an, denn auf dem Festival-Gelände spielen renommierte und auch unbekanntere Bands beim Irish Folk Open Air. Veranstalter ist der örtliche Bully Club - ursprünglich ein Freundeskreis von neun Jugendlichen, die gerne feiern gingen und sich gemeinsam einen Kleinbus zulegten. 2001 hatten sie eine Idee, die Generations übergreifend interessant war: Ein Dorffest mit Fiedeln, Dudelsack-Musik und der Perspektive, das daraus auch mal mehr werden könnte.

Besucher aus Dänemark, Tschechien, Holland, Belgien und der Schweiz

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2001 sind 800 Besucher beim ersten Irish Folk Open Air. Jetzt nähern sich die Besucherzahlen der 10.000er-Marke.

Mittlerweile hat Poyenberg einen ausgezeichneten Ruf in der Szene. Der Vorverkauf für das Festival beginnt im November, innerhalb von einer Stunde sind die Karten weg. Die Besucher kommen inzwischen aus ganz Norddeutschland, aber auch aus Dänemark, Tschechien, Holland, Belgien und der Schweiz. Stefan Jürgensen ist der Vorsitzende des Bully Clubs. Und damit Hauptverantwortlicher für das Fest. Die Idee für das Irish-Folk-Festival war neu und schien für alle interessant zu sein: "Die Kieler Woche mit dem Internationalen Markt war unser Vorbild. Und dann haben wir mit 800 Leuten beim ersten Irish Folk Open Air 2001 angefangen. Und heute haben wir eben 9.500 Teilnehmer. Und der Bully Club hat jetzt knapp 650 Mitglieder."

Das Festival lebt von den Vereinen aus der Region

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Die meisten arbeiten beim Festival ehrenamtlich: Es ist schön, mit dabei zu sein.

Der Aufbau für das Festival ist in vollen Zügen. Vor dem Tresen stehen Anja Rothe und Daggi Engelmann - auch sie sind Mitglieder im Bully Club. Beide haben ihre Mähnen mit Haargummis und -klammern gebändigt und sich der Hitze am Aufbautag mit ärmellosen Shirts angepasst. Die quirligen Freundinnen helfen gerne mit. Und sie freuen sich jetzt schon auf den Moment, wenn das Festival beginnt: "Es ist schön am Ende zu sehen, was man geleistet hat. Du hast hier zwei Wochen aufgebaut - und auf einmal strömen die ganzen Leute rein: Super! Du setzt Dich da hin, weil Du kurz Zeit hast, kuckst Dir das an: Wahnsinn! Toll! Das haben wir gemacht."