Die Reportage

Die Kirche mittendrin

Sonntag, 15. Januar 2017, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Leben und Glauben in der Stadt
Von Brigitte Lehnhoff

Wie kann Kirche dazu beitragen, dass Junge und Alte gerne in ihrem Stadtteil leben? Die Antwort der evangelischen Gemeinde Winterhude-Uhlenhorst in Hamburg: Mit anderen Akteuren vor Ort gemeinsam nach Lösungen für brennende Fragen suchen. Etwa: Wie kann in dem beliebten aber teuren Stadtteil Wohnraum für junge Familien bezahlbar bleiben? Oder: Wie können alleinstehende Senioren verlässlich unterstützt werden?

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Die Matthäuskirche im Hamburger Stadtteil Winterhude/Uhlenhorst.

Hamburg-Winterhude, im Gemeindehaus an der Matthäuskirche. Eine Tafel, aus mehreren Tischen zusammengestellt, ist für knapp 20 Gäste gedeckt. Die ehrenamtliche Helferin an der Wärmetheke hat schon fast alle Portionen ausgegeben. Dreimal wöchentlich beliefert eine gemeinnützige Stadtteilküche den Mittagstisch. Jede Mahlzeit kostet vier Euro. Die Gäste schätzen das Angebot auch aus anderen Gründen. "Ich bin alleinstehend und alleine essen macht ja auch nicht immer Spaß und da hab ich gedacht, ich schließ mich hier mal ein bisschen an." Michael Ellendorff ist einer von vier Pastoren in der fusionierten evangelischen Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst mitten in Hamburg, er meint"Ja, wir haben den Winterhuder Tischnachbarn bewusst im Gemeindehaus der Matthäuskirche angesiedelt, weil es hier ringsum eine ganze Reihe von Menschen gibt, wo wir dachten, für die könnte das interessant sein, als Treffpunkt, dakann mit anderen Leuten ins Gespräch kommen. (...) Das ist so ein Stück ja die Richtung, in die wir gehen wollen. Dass wir so etwas wie verbindliche, tragfähige, freundliche Nachbarschaften schaffen, Leute, die ein bisschen aufeinander achtgeben. Da spielt dieser Winterhuder Tischnachbar eine wichtige Rolle."

Eine sorgende Nachbarschaft

In Kurzform ist damit das Ziel von Q8 beschrieben. Das Kürzel steht für eine Initiative, die in ausgewählten Stadtquartieren Hamburgs ausprobiert, wie sorgende Nachbarschaften entstehen können. Wie Menschen so zusammenleben können, dass jeder das Gefühl hat, dazuzugehören: Alte und Junge, Starke und Schwache. In Winterhude-Uhlenhorst ist Miriam Krohn das Gesicht des Projekts: "Ich habe ungefähr zwölf Monate für die Quartiersanalyse gebraucht und viele von den Ergebnissen haben mich auch wirklich selber erstaunt. Man läuft beispielsweise durch Winterhude und hat immer den Eindruck: Wahnsinn, also was es hier für Eltern und Mütter und Väter gibt und wie viele Kinder und Kinderwagen und in der Realität sieht es aber so aus, dass mit dem Eintritt in die Schule, also ab sechs oder ab sieben Jahren, die Familien tatsächlich wegziehen hier."

Menschen aus dem Stadtteil erzählen, was sich in den vergangenen vier Jahren durch das Quartiersentwicklungsprojekt Q8 verändert hat. Und wie dadurch die Kirchengemeinde gewonnen hat.

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Die Kirche mittendrin

15.01.2017 06:30 Uhr

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