Stand: 13.01.2017 16:35 Uhr

Wetterfühligkeit? Da streiten sich die Geister

Viele Menschen glauben an Wetterfühligkeit. An Schmerzen also, die entstehen, wenn ein Tiefdruckgebiet naht. Wetterfühligkeit ist nur ein Gefühl und nicht belegbar, sagen dagegen australische Wissenschaftler in einer neuen Studie. Was ist denn nun wahr?

Eine Glosse von Detlev Gröning

Bild vergrößern
Ist zum Beispiel die "schwere See" schuld, wenn wir uns krank fühlen?

Speziell unter Wissenschaftlern gibt es ja immer wieder Menschen, die sich mit ihren Erkenntnissen weder von Twitter noch von Facebook zur Räson bringen lassen. Von denen wollten einige schon vor Jahren herausgefunden haben, dass Opas Schussnarbe aus dem Ersten Weltkrieg auf keinen Fall in der Lage gewesen sei, einen Wetterumschwung vorherzufühlen, geschweige denn zu veranlassen. Man ging sogar so weit, eine wechselhafte Witterung von ihrer Schuld an allen möglichen Zipperlein und Missbefindlichkeiten freizusprechen, vorzugsweise denen in Rücken, Kopf und Kreislauf.

Da war natürlich die Ente fett bei allen, die einen Wetterbericht aus dem Kniegelenk schütteln können und denen man schon den Vollmond als Störenfried der Nachtruhe ausreden wollte, nur weil Testreihen im Schlaflabor null Auffälligkeiten ergeben hatten.

Ein Mann mit Kapuze und Regenschirm geht am Hafen spazieren. © dpa Picture Alliance Fotograf: Carsten Rehder

Ist Wetterfühligkeit nur ein Gefühl?

Auf ein Wort

Wetterfühligkeit gibt es wirklich, meinen viele. Wetterfühligkeit ist nur ein Gefühl und nicht belegbar, sagen jetzt Wissenschaftler. Detlev Gröning bittet auf ein Wort.

5 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Aus Protest rissen nicht wenige die Jalousien hoch, wälzten sich doppelt so lange auf der Matratze hin und her und filetierten am nächsten Tag die Wissenschaftler in sozialen Netzwerken, den ewigen Jagdgründen des empörten Volksempfindens. Wie ich den Laden kenne, wird die ganze elitäre Universitätsbagage mit so etwas wie "Lügenforscher" hoffentlich noch glimpflich davongekommen sein.

Die haben vor Schreck und vorsichtshalber erstmal ein paar Tiefdruckgebiete an der Angelegenheit vorüberstreichen lassen und trauen sich Jahre später jetzt zum zweiten Mal, das Problem "Wetterfühligkeit" ins Reich der Spekulation, wenn nicht sogar in jenes von Tünkram und Einbildung zu verweisen.

Zum Beispiel unsere Bereitschaft, Unlustgefühle eher auf eine nahende Kaltfront zurückzuführen als auf die vielfach verschobene Steuererklärung, Kopfschmerzen lieber dem Hoch "Hildegard" in die Schuhe zu schieben als dem "Hoch die Tassen" gestern Abend am Glühweinstand und die Ursache für stechende Knieschmerzen lieber auf dem Barometer abzulesen als auf der Badezimmerwaage. Gegen das Wetter kann man ja glücklicherweise wenigstens nichts tun.

Gegen Wetterbeschwerden gibt es dagegen so einiges, was einem die Internet-Suchmaschine auflistet und die Krankenkasse nicht bezahlt. Trotzdem wird man ja wohl keine Medikamente gegen reine Einbildung entwickelt haben.

Und ganz aus der polaren Kaltluft gegriffen wird auch der sogenannte Biowetterbericht nicht sein, nach dem man weiß: Aha, das Schwindelgefühl morgen früh wird am Islandtief liegen und keineswegs an den beiden Filterlosen vorm Frühstück.

Wenn Sie mit diesen Ausführungen ganz und gar nicht einverstanden sein sollten, dann seien Sie bitte nachsichtig! Unter abziehenden Sturmfronten kommt mir einfach nichts Vernünftiges in den Sinn. Und dann auch noch Vollmond! Das konnte ja gar nix werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 13.01.2017 | 18:25 Uhr