Eine Sendung von Florens Herbst
Der Herbst ist in Nordamerikas Wäldern besonders farbenfroh.
Während des Indian Summer - den letzten warmen Tagen des Jahres mit Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius und viel Sonne - wird der Wald im Osten Kanadas zur Theaterbühne. Das Schauspiel der sich färbenden Eichen, Birken, Pappeln und Ahornbäume zieht Tausende Touristen an und rührt selbst Einheimische jedes Jahr zu Tränen. Indian Summer - für viele Bewohner von New Brunswick ist das die schönste Zeit des Jahres, in der sie ihren Wald genießen können, ohne von Mücken aufgefressen zu werden.
Seit dem Beginn der französischen und englischen Kolonialisierung pflegen die Menschen in New Brunswick eine enge Beziehung zu ihrem Wald. Jahrzehntelang haben sie von ihren Bäumen gelebt. Mancher Ahornsirup-Farmer tut es noch immer. Allerdings sind die großen Zeiten der Holzindustrie vorbei; junge Männer suchen längst woanders Arbeit. Aber die Geschichten und Lieder rund um Holzfäller, Waldarbeiter und Flößer sind noch immer fester Bestandteil der Kultur der Provinz.
Die Provinz verdankt ihren Namen dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Das zweisprachige Neu Brunswick ist gesegnet mit Flüssen voller Lachse, Küsten voller Hummer und unendlich scheinenden Wäldern. Ein Stück Kanada aus dem Bilderbuch.
Bei all der Pracht übersehen viele Besucher oft, wo sie sich befinden. Denn ein Teil der Provinz gehört zu l'Acadie - zu dem von französischen Siedlern im 17. Jahrhundert gegründeten Akadien, dessen Bürger Opfer der rücksichtslosen Kolonialpolitik Englands wurden; es ist eins der dunkelsten Kapitel der Geschichte Kanadas.