Europäische Kulturhauptstadt 2013
Eine Sendung von Kilian Kirchgeßner
Noch immer weht der Charme der Habsburger Monarchie durch die Gassen von Košice: In den großen Kaffeehäusern ist er zu spüren, auf dem Hauptplatz mit seinen barocken Bürgerhäusern und in den engen Arkadengängen, die alle Straßen miteinander verbinden. Dieser Hauch aus der Vergangenheit mischt sich hier im Osten der Slowakei mit dem Erbe des realen Sozialismus - mit Satellitenstädten voller Plattenbauten und einer hohen Arbeitslosigkeit.
Košice ist eine Stadt an der Grenze. Ein paar Kilometer weiter östlich beginnt die Ukraine, aber auch die unsichtbaren Demarkationslinien verlaufen hier. Ungarn, Slawen, Deutsche und Juden haben im Lauf der Jahrhunderte gemeinsam die Stadt geprägt, byzantinische Christen ebenso wie römische Katholiken. Der Elisabeths-Dom ist die östlichste gotische Kathedrale Europas, und der Schriftsteller Sandor Marai hat in seiner Geburtsstadt zum ersten Mal den mitteleuropäischen Kosmos seiner Zeit vermessen.
Jetzt erwacht Košice aus jahrzehntelangem Dornröschenschlaf. Die Einwohner knüpfen wieder an ihre alten Traditionen an und wollen die Rolle ihrer Stadt als Drehscheibe zwischen Ost und West nutzen. Sie polieren ihr Erbe auf Hochglanz. 2013 sind Košice und Marseille Europäische Kulturhauptstädte.