Ein Hamburger Arzt heilt in Südindien arme Kinder
Eine Sendung von Jochen Voigt
Der Orthopäde Jürgen Zippel freut sich über die Fortschritte seiner Patientin.
Wenn man einem Elefanten auf der Autobahn begegnet, Kühen auf dem Gehsteig und einem Riesenpython vor einer Klinik, wenn dazu noch in breitem Hamburgisch lockere Sprüche aus dem Dickicht der Bananenstauden schallen - dann ist das Ende der Welt nicht weit. In Südindien, nur zwölf Kilometer vom letzten Felsen des mächtigen Subkontinents entfernt, dem Kap Komorin, operiert und versorgt der Hamburger Orthopäde Dr. Jürgen Zippel seit Jahren mittellose, gehbehinderte Kinder.
Die neunjährige Mariya war vor der Behandlung von der Hüfte abwärts gelähmt.
Obwohl die Menschen im südlichsten Bundesstaat Indiens, Tamil Nadu, noch an Wunder und die Heilkraft der Schamanen glauben, vertrauen sie dem Arzt aus dem fernen Deutschland. Die Eltern der Kinder wissen zwar nicht, was der Doktor tut, aber sie sehen das Ergebnis, wie bei Mariya. Die neun Jahre alte Tamilin ist von der Hüfte abwärts gelähmt, ihre Beine sind verkümmert.
Nach der Operation kann Mariya zum ersten Mal in ihrem Leben ohne fremde Hilfe stehen. "Der Knochenbieger am Ende der Welt", wie die Kinder den Spezialisten liebevoll nennen, hat ihr auf die Beine geholfen. Jetzt will die beste Schülerin ihrer Klasse berühmt werden: nicht als Sängerin oder Schauspielerin, sondern als Bürgermeisterin ihres Dorfes. Unser Autor Jochen Voigt hat die aufgeweckte und selbstbewusste Tamilin auf ihrem beschwerlichen Weg zum Doktor begleitet.
Sonntag, den 19. Februar 2012 um 7.30 Uhr und um 9.30 Uhr auf NDR Info.