Vorsicht vor Blitzeis auf den Straßen!
In Teilen Norddeutschlands kann es auf den Straßen und Fußwegen immer noch glatt sein. mehr
Erhard Lesemann verkauft Gemüse auf einem Wochenmarkt in Hamburg. Für ihn ist mit der richtigen Bekleidung alles möglich.
Am Winterhuder Marktplatz in Hamburg glitzern überfrorene Äste in der Sonne. Obwohl Erhard Lesemann schon seit Stunden hier steht, schnackt der Gärtner aus den Vier- und Marschlanden fröhlich mit seinen Kunden. Damit die Kälte ihm und vor allem seinem Gemüse nichts anhaben kann, hat er sich vorbereitet: "Dieser Gemüsestand ist mit Planen abgeschlossen, damit wir drinnen die Wärme halten können. Früh morgens sind drei Öfen an, dann geht’s der Ware gut und auch den Verkäufern."
Mit seinen 65 Jahren hat Erhard Lesemann schon härtere Winter erlebt: "Es waren 25 Grad minus und wir sind zur Schule gegangen. Das war nur mit entsprechender Bekleidung möglich. Und das geht eben los bei den Schuhen und hört auf beim Kopf - gucken Sie meine Mütze an, die ist warm!"
Baggerführer Egon Fahrendorff taut mit einem Ofen die tiefgefrorene Erde auf.
Warme Kleidung und beheiztes Gemüse, so kann Lesemann seine Ernte ohne Probleme an den Mann bringen. Deutlich schwieriger hat es Egon Fahrendorff. Der Baggerführer arbeitet auf dem weitläufigen Gelände des Friedhofs Öjendorf. Die Gräber können bei Temperaturen wie jetzt nur mit schwerem Gerät ausgehoben werden.
Weil der Boden derzeit knapp 30 Zentimeter tief gefroren ist, muss Fahrendorff die Erde schon am Vortag mit einer Art Ofen anwärmen: "Das wird bestückt mit Holz und Briketts. Und dann geht das los. Der hat einen Schornstein dran, hat eine Öffnung, damit der Zug da ist, und am nächsten Tag ist das dann aufgetaut. Dann nehmen wir den Ofen ab und dann komme ich mit dem Bagger und reiße ihn auf. Das kann bis zu 45 Minuten dauern."
Egal, was das Thermometer anzeigt - einen Arbeitsstopp gibt es für Fahrendorff nicht: "Auch wenn der Frost noch bis einen Meter runter ist, wir öffnen trotzdem die Gräber." Ein Recht auf Kältefrei oder längere Pausen existiert nicht. Allerdings können Briefträger oder Bauarbeiter von ihrem Arbeitgeber angemessene und vor allem regelmäßig erneuerte Schutzkleidung verlangen. Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, zählt laut Arbeitschutzgesetz zu den Grundpflichten jedes Unternehmens.