Die 'Schlagloch-Autobahn' A 23

von Carsten Vick

Autos stauen sich auf der Autobahn 1 © dpa - Report Fotograf: Maurizio Gambarini Detailansicht des Bildes Ein Schlagloch so groß und fast so tief wie ein Fußball - eine echte Gefahr für Auto- und Motorradfahrer. Aber auch die Männer von der Autobahnmeisterei Elmshorn haben einen riskanten Job: "Es ist gefährlich, auf jeden Fall", berichten sie. "In erster Linie müssen wir an unsere Sicherheit denken und an die der Autofahrer - aber zuerst an uns." Zwei Warnfahrzeuge sichern die Baustelle und dennoch kommt es immer wieder zu Unfällen. Situationen bei denen schnelle Reaktionen gefragt sind. Manchmal hilft sogar nur ein Sprung in den Graben: "Sagen wir mal so, man guckt erst mal wo die Reise hin geht, wo sich das Fahrzeug hin bewegt. Und dann muss man dementsprechend reagieren. Wenn es nur noch einen Ausweg gibt, muss man über die Schutzplanke in die Böschung, um das eigene Leben zu retten."

"Da wird schon mal der Stinkefinger gezeigt"

Immer wieder donnern PKW und LKW mit hoher Geschwindigkeit an den Arbeitern vorbei. Auch Oliver Schmidt weiß, was es bedeutet, wenn auf der A23 nur noch eine Spur befahrbar ist, und das obwohl gerade hier gerne Gas gegeben wird: "Hier im Bereich Itzehoe bis zum Ostseekanal ist natürlich nicht so viel Verkehr, hier wird wesentlich schneller gefahren. In der Baustelle haben wir jetzt auf 100 Kilometer pro Stunde reduziert - wo die Fahrzeugführer sich auch immer schon mal beschweren." Gute Nerven sind da gefragt, wenn die Autofahrer hupen oder aus dem Fenster rufen - und dabei der Ton nur selten freundlich ist: "Da wird schon mal der Stinkefinger gezeigt, das ist Gang und gebe. Ich persönlich kümmere mich da nicht mehr drum, auch wenn gerufen wird, man reagiert da gar nicht mehr drauf."

Schließlich haben die Männer auch noch jede Menge Arbeit vor sich. Hier wo die alten Betonplatten an ihren Nahtstellen aufplatzen wie reife Pfirsiche. Mit Kalt-Reparatur-Asphalt werden die Löcher gestopft und dann mit dem Pressluftgerät geglättet. Die Frage ist nur, wie lange eine solche Notmaßnahme wirklich hält: "Das ist eine gute Frage. Das kann ich Ihnen auch nicht sagen, das hängt von der Bewegung der Platten ab." Es kann also gut gehen - muss aber nicht: "Wenn es ganz normal läuft, dann haben wir Stellen die schon Monate lang halten - es gibt auch Stellen, die nur Tage oder sogar Stunden halten, wo man dann noch mal wieder bei muss".

Jede Menge Arbeit also auf der 'Schlagloch-Autobahn' im Norden - auf der A23. Hier wo der Frost extreme Spuren hinterlassen hat.

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