Die Beatles-Story

Folge 6: Auf dem Weg in die Unsterblichkeit

Eine Reportage von Daniel Kaiser

Gedenkstätte für John Lennon im Central Park in New York © dpa/picture-alliance Fotograf: Monika Graff Detailansicht des Bildes Zehn Jahre nach der Trennung der Beatles erschütterte am 8. Dezember 1980 eine Nachricht die Welt: In New York fallen Schüsse - John Lennon stirbt im Alter von 40 Jahren. Mark David Chapman erschießt ihn vor dem Dakota-Building. Nur Minuten späten versammeln sich Fans nebenan im Central Park. Sie hören mit Kassettenrekordern seine Lieder, singen und weinen. Eine weinende junge Frau will den Tod von Lennon nicht wahrhaben: "Er ist nicht tot - sie sagen das nur. Er darf einfach nicht tot sein."

Mit John Lennon starb auch ihre eigene Jugend, Ideale von Frieden - und die Hoffnung, die Beatles mögen sich eines Tages wieder vertragen. Doch es begann ein Jahrzehnte langer, böser Streitigkeiten um das größte Stück vom Beatles-Kuchen - von wegen "All you need is love!" Allerdings helfen die Ex-Beatles einander auch immer wieder bei ihren Solo-Projekten. Und einmal gab es sogar Hoffnung auf ein Comeback: Beim Live-Aid-Konzert in London 1985. Gerüchte sagten: Die überlebenden Beatles sind alle in der Stadt. Doch Paul bleibt allein auf der Bühne.

Es geht nicht mehr

Sie könnten sich nicht wieder vereinigen, sagt George Harrison. Jedenfalls nicht, solange John noch tot sei. Erst eine verrauschte Mono-Cassette bringt 1994 die Sensation. Das Fragment eines alten John-Lennon-Songs: "Free as a bird". Die Beatles gehen noch einmal gemeinsam ins Studio. Aber John fehlte einfach, erinnert sich Ringo: "Wir haben uns immer eingeredet, dass John gerade was essen ist oder eine Tasse Tee trinkt. Wir waren bei den Aufnahmen doch früher immer alle zusammen - die ganze Zeit." Es geht nicht mehr. Zwar sind sie noch Freunde, aber die Magie kehrt nicht mehr zurück.

George Harrison stirbt 2001

Ein trauriger Moment führte sie noch einmal zusammen. Paul McCartney erinnert sich an das letzte Wiedersehen am Sterbebett des krebskranken George Harrison: "Er wusste, wie es um ihn steht. Und wir wussten es. Ich saß stundenlang an seinem Bett - wir hielten uns an der Hand. Etwas, was Kerle eigentlich nicht tun. Das ist eine meiner wichtigsten Erinnerungen."

George Harrison starb am 29. November 2001. McCartney ist inzwischen der Gralshüter der Beatles. Er stritt mit Yoko Ono und Michael Jackson, der die Rechte an den Beatles-Songs kaufte. Und Lennons Image nimmt auch mit Eheproblemen und grandiosem Kitsch keinen Schaden. Die Beatles-Maschine läuft und läuft. Auf großen Fan-Conventions werden die alten Geschichten immer wieder neu erzählt. Vor vier Jahren startet eine Beatles-Show im "Cirque du Soleil".

Die Band ist tot. Aber die Beatles sind unsterblich. Es sind eben nicht unsere Pilzkopffrisuren gewesen, sagt Ringo Starr. Es ist die Musik.

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