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Der AWD und Carsten Maschmeyer

Der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) ist ein Finanzdienstleister mit Sitz in Hannover. Er ist eine Tochtergesellschaft des Versicherungsunternehmens Swiss Life aus der Schweiz. Der langjährige AWD-Chef Carsten Maschmeyer wechselte nach der Übernahme durch Swiss Life im Jahr 2009 in den Verwaltungsrat des Schweizer Konzerns.

Hintergrund
AWD-Gründer Carsten Maschmeyer (Mitte) bei seinem 50. Geburtstag inmitten prominenter Politiker. © dpa
 
Video

Der Drückerkönig und die Politik

12.01.2011 | 21:45 Uhr
Das Erste: Panorama

Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer - am 12. Januar in einem Beitrag im Ersten. mehr

 

AWD drohen Millionen-Rückforderungen

von Ilka Steinhausen, Christina Hofmeier, Kristopher Sell, Jürgen Webermann

Alle Zahlungen zusammengerechnet ergeben laut Winkler mehr als 15 Prozent Provision. Der frühere Vertriebsgeschäftsführer im AWD, Jörg Jacob, bestätigte diese Angaben gegenüber NDR Info und Panorama. In den Beratungsgesprächen mit Kunden sei das Thema Provision nicht angesprochen worden, "weil es auch kein Bestandteil der Beratungsgespräche sein musste". Der Bundesgerichtshof hatte 2004 und zuletzt im März dieses Jahres entschieden, dass Finanzberater Provisionen von mehr als 15 Prozent des "von den Anlegern einzubringenden Kapitals" offenlegen müssen - diese Entscheidungen gelten jedoch rückwirkend, also auch für den Fonds "Falk 60" und die IMF-Medienfonds.

Der AWD weist die Vorwürfe dagegen weit von sich. Die Provisionspraxis habe immer im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung gestanden, betonte ein Sprecher. Schon vor wenigen Wochen hatte der AWD erklärt, Vergütungen von mehr als 15 Prozent seien "nicht nachvollziehbar". Die Fondsgesellschaft, aus deren Haus unter anderem die Medienfonds IMF 1 und 2 stammen, betonte, es seien "in keinem der Fonds" mehr als 15 Prozent gezahlt worden.

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AWD-Servicezentrale in Hannover © AWD
 

Stellungnahme des AWD durch Bela Anda

NDR Info und Panorama haben den AWD am 6. Dezember 2011 zu den neuen Recherchen und Vorwürfen befragt. Hier die Antwort des AWD-Sprechers Bela Anda. mehr

Kunden-Rückforderungen in Millionenhöhe?

Tatsächlich spielt sich hinter den Kulissen gerade ein Justizkrimi ab, der den AWD teuer zu stehen kommen könnte. Derzeit reichen rund 2.000 ehemalige Kunden Klagen ein. Da die meisten Fälle Ende des Jahres verjähren, könnte diese Zahl noch einmal kurzfristig drastisch ansteigen. Wie brisant die neuen Recherchen sein könnten, verdeutlicht der Hamburger Finanzrechtler Rüdiger Veil: "Das kann ein Durchbruch für die Anleger sein. Es geht ja um beträchtliche Summen."

So hohe Summen, dass auch die Bilanz des AWD betroffen sein könnte. Rückstellungen von weit mehr als 100 Millionen Euro will Veil nicht ausschließen. Tatsächlich hat der Mutterkonzern des AWD, die schweizerische Versicherungsgesellschaft Swiss Life, inzwischen reagiert: Swiss Life hat die Rückstellungen wegen der anstehenden Prozesse bereits erhöht.

Und: Der langjährige AWD-Chef Carsten Maschmeyer kündigte an, er wolle sich aus dem Verwaltungsrat von Swiss Life zurückziehen. "Mit sofortiger Wirkung", wie die Gesellschaft am Mittwochabend in Zürich mitteilte. Maschmeyer war nach dem Verkauf des AWD an Swiss Life im Jahr 2008 größter Einzelaktionär. Offenbar hatte es wegen der anstehenden Prozesse Streit zwischen Maschmeyer und Swiss Life gegeben. Maschmeyer sei unzufrieden mit der Art, wie der AWD mit den Rechtstreitigkeiten umgehe, heißt es.

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Finanzrechtler Prof. Dr. Rüdiger Veil aus Hamburg. © Bucerius Law School Hamburg
 

"Das kann ein Durchbruch für Anleger sein"

Welche Folgen kann es für den AWD haben, wenn Vertrieb und Kunden von den mutmaßlich überhöhten Provisionen bei den Fondsgeschäften nichts wussten. Interview mit dem Hamburger Finanzrechtler Prof. Dr. Rüdiger Veil. mehr

Betroffene Kunden sprechen von "Abzocke"

Den AWD-Kunden Christian Betz dagegen interessieren Bilanzrückstellungen oder Gewinnwarnungen nicht. Er zittert weiter um sein eigenes Geld, die 40.000 Mark, die er in den Fonds "Falk 60" gesteckt hat. Noch ist der Fonds nicht insolvent wie andere Produkte der Falk-Gruppe. Angesprochen auf die mutmaßlich hohen Provisionen für den AWD fällt Betz nur noch ein Wort ein: "Abzocke."

Audiobeiträge
Geld © dpa
 
Audio

"Anleger sollten sich mit Klage beeilen"

08.12.2011 | 13:00 Uhr

Wie schätzen Finanzexperten den Sachverhalt ein, dass der AWD offenbar überhöhte Provisionen kassiert hat? Dazu ein Interview mit Ariane Lauenburg von "Finanztest".

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Panorama

07.06.2012 | 21:45 Uhr
Das Erste: Panorama

Alle drei Wochen berichtet Panorama pointiert und engagiert über Missstände und politische Fehltritte. mehr

Autorin
Ilka Steinhausen © NDR Fotograf: Klaus Westermann
 

Ilka Steinhausen

Eine Kurz-Vita der NDR Info Redakteurin. mehr

Autor
Jürgen Webermann © NDR Fotograf: Christian Spielmann
 

Jürgen Webermann

Eine Kurz-Vita des NDR Info Redakteurs. mehr

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Vielen Dank für die große Resonanz auf die Berichterstattung zum AWD. Soweit Anwaltsanfragen in den Zuschriften enthalten sind: Der NDR kann hierzu keine Empfehlungen abgeben. Wenden Sie sich bitte an Ihren persönlichen Anwalt oder an die Verbraucherzentralen.

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Neues vom Drückerkönig

09.03.2011 | 22:35 Uhr
NDR Fernsehen: Panorama - die Reporter

Bereits im März berichtete Panorama über die geschlossenen Fonds des AWD.

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Kommentar
AWD-Gründer Carsten Maschmeyer © dpa Fotograf: Frank May
 

Maschmeyers Abgang ist kein Befreiungsschlag

08.12.2011 | 17:08 Uhr

Jürgen Webermann kommentiert den Rückzug des ehemaligen AWD-Chefs Maschmeyer aus dem Swiss-Life-Verwaltungsrat. mehr

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Zentrale von AWD in Hannover © dpa - Report Fotograf: Peter Steffen
 

Hoffnung für Tausende geschädigte AWD-Kunden

Das Finanzunternehmen AWD hat nach NDR Info Informationen bei vielen Fondsprodukten gegen Provisionsvorschriften verstoßen. (Meldung vom 26.09.2011) mehr