Neue Autobahn 1 schon wieder Sanierungsfall?
Ein Teilstück bei Bremen ist erneut mit Schlaglöchern übersät. (Meldung vom 10.03.2010)mehr
Wer zurzeit auf der Autobahn 1 zwischen Hamburg und Bremen unterwegs ist, hat es nicht leicht: eine Baustelle folgt der nächsten. An einem Abschnitt aber waren die Bauarbeiten schon abgeschlossen, dieser wurde vor rund zwei Monaten freigegeben - bis dort neue Schäden auftraten. Das Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und einem privaten Konsortium um den Konzern Bilfinger Berger wird nun zum Sanierungsfall.
Der neue Flüsterasphalt, der so heißt, weil er die Fahrgeräusche abmildern soll, ist schon wieder hin. Immer mehr Risse und Schlaglöcher sind in der obersten Fahrbahndecke. Für Dirk Matthies vom ADAC sind sie ein Rätsel: "Das ist insofern eigenartig, als dass wir das bisher noch nicht erlebt haben, dass bei so einer frisch gelegten Decke solche Schäden passieren. Es ist eigentlich üblich, dass Asphaltdecken nach mehreren Jahren Nutzungsdauer schädlich werden, aber nicht nach so einer kurzer Zeit." Runter vom Gas heißt das für die Auto- und LKW-Fahrer, die ab Oyten wieder auf engere Fahrbahnen umgeleitet werden.
Die Experten schließen aus, dass der bröckelnde Asphalt dem kalten Wetter zu verdanken ist. Das private Konsortium A 1 Mobil um den Konzern Bilfinger Berger will bisher auch niemand direkt verantwortlich machen. Auch nicht Dirk Matthies: "Man könnte schon vermuten, dass es irgendwo vielleicht in Richtung Material oder Einbauweise geht. Aber da halten wir uns auch erstmal zurück. Der ADAC-Sprecher will das Gutachten der TU Darmstadt Anfang April abwarten. Das hat das Baukonsortium in Auftrag gegeben. Mit dem arbeite man gut zusammen, sagt Heiko Gerken von der zuständigen Landesverkehrsbehörde: "Wobei man aber ganz klar sagen muss, dass die Verantwortung für die Bauweise mit den einzelnen Baustoffen beim Konzessionär liegt. Er ist für den Bau und die Dauerhaftigkeit des Oberbelages für über 30 Jahre zuständig und muss entsprechende Schäden auch zu seinen Lasten beseitigen.
Laut des technischen Geschäftsführers des Konsortiums Lutz Hoffmann sollen die Schäden nun erstmal Loch für Loch beseitigt werden: "Wenn sich also weitere Schadstellen und Schlaglöcher auftun, werden wir die entsprechend über Sofortmaßnahmen flicken. Und im Anschluss wird es dann eine großflächige Sanierung geben." Erst wenn die Ursache für die Schäden klar ist, werden die obersten Zentimeter der Fahrbahn abgefräst und neu aufgetragen. Durch diese Bauarbeiten auf dem bereits sanierten Teilstück sei der Zeitplan insgesamt aber nicht beeinträchtigt. Ende 2012 soll der Ausbau der A 1 fertig sein und der Verkehr ab dann wieder problemlos rollen - wenn denn der Asphalt auch hält.