60 Jahre ARD - die Redezeit
Was war gut in 60 Jahren ARD, was sollte besser werden?
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60 Jahre ARD: Für NDR Info war das am Mittwochabend nicht nur willkommener Anlass, Glückwünsche entgegenzunehmen. Auch die Hörerinnen und Hörer sollten wieder einmal in eigener Sache zu Wort kommen. Was gefällt Ihnen an den öffentlich-rechtlichen Programmen? Was stört Sie? Und was könnten die ARD und der NDR besser machen? Fragen, denen sich die Programmverantwortlichen des Norddeutschen Rundfunks in der Redezeit stellten.
Eine Stunde lang saßen NDR Intendant Lutz Marmor sowie die Programmdirektoren von Fernsehen und Hörfunk, Frank Beckmann und Joachim Knuth, mit Moderatorin Sabine Rein im Studio zusammen - und erzählten dabei auch von ihren ganz persönlichen Erlebnissen mit den ARD Programmen in Hörfunk und Fernsehen. Live zugeschaltet aus Johannesburg in Südafrika war außerdem einer der prominentesten Moderatoren der ARD: Reinhold Beckmann, der ab Freitag von der diesjährigen Fußball-WM berichten wird.
Die komplette Redezeit-Sendung "Der NDR im Dialog" finden Sie zum Nachhören rechts auf dieser Seite oder in der NDR Mediathek.
Lutz Marmor
NDR Intendant Lutz Marmor antwortete in der Sendung unter anderem auf die Frage, warum die ARD eigentlich so viele Sender hat - von Eins Extra bis Eins Festival: "Die Programme dienen oft auch der gezielten Verwertung von Inhalten, die wir an anderer Stelle schon gesendet haben, sodass es legitim erscheint, diese Vielfalt noch einmal anzubieten zu sehr überschaubaren Kosten. Gemessen an der Vielzahl an Kanälen, die es gibt, ist das ein Angebot, das in Ordnung ist. Aber wir werden es sicherlich auch noch einmal unter den Finanzzwängen, die wir haben, angucken."
Marmor fand auch lobende Worte für das reformierte Gebührenmodell, auf das sich die Rundfunkkommission am Mittwoch geeinigt hatte. "Das Modell verspricht eine richtige Vereinfachung, die dann auch hilft, dass das System vielleicht besser akzeptiert wird, als es derzeit in Einzelfällen der Fall ist", sagte der NDR Intendant. Das neue Modell sieht vor, dass der Gebührenbeitrag ab 2013 nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt gezahlt wird. Steigen soll der Beitrag nicht. Es sei also nicht abzusehen, dass ARD und ZDF künftig spürbar mehr Geld einnehmen, so Marmor weiter.
Joachim Knuth, Programmdirektor Hörfunk
NDR Info Hörer Ralf Duske aus Elmshorn äußerte in der Redezeit die Bitte, mehr wichtige Bundespolitiker in Interviews zu Wort kommen zu lassen. Joachim Knuth, der Programmdirektor Hörfunk im NDR, antwortete ihm: "Wir haben zu bedenken, dass wir eben nicht nur mit einem norddeutschen Informationsradio, das für vier norddeutsche Länder sendet, Bundespolitik abbilden sollten, sondern auch viel Regionalpolitik. Das tun wir mit Politikern aus den norddeutschen Ländern, und mein Eindruck ist der, dass wir die, die wir bekommen wollen, in der Regel auch bekommen."
Frank Beckmann, Fernsehprogrammdirektor des NDR
Anrufer Dethlef Helmers aus dem niedersächsischen Sülbeck bemängelte in der Diskussion, dass die besten Sendungen immer relativ spät ausgestrahlt würden. Frank Beckmann, NDR Programmdirektor Fernsehen, erklärte die Programmplanung: "Wir wissen zum Beispiel, dass gerade im NDR Fernsehen sich die Menschen für Gesundheitsthemen oder für wirtschaftspolitische Themen interessieren. Deswegen haben wir die Sendungen "Visite" und "Markt" um 20.15 Uhr. Wir wissen umgekehrt, wenn wir beispielsweise politische Magazine ein Stück nach vorne rücken, dass die dann nicht mehr so viele Menschen sehen. Wenn Sie im Fernsehen eine Sendung haben, die nicht ganz so viel geguckt wird, dann haben Sie die Schwierigkeit, dass alle nachfolgenden Sendungen in Mitleidenschaft gezogen werden."
Reinhold Beckmann
Einer, der sich über seinen späten Sendeplatz weniger stört, ist Moderator Reinhold Beckmann. Dessen Talkshow im Ersten läuft montags erst um 22.45 Uhr oder 23 Uhr. Für ihn kein Problem, sagte Beckmann: "Das ist ein Stück Freiheit. Da kann man auch mal was ausprobieren, auch mal gegen den Strich denken und arbeiten. Und wir können dann auch mal Themen angehen, die ein bisschen schwerer sind."
Neben der NDR Info Redezeit beschäftigten sich am Mittwochabend auch die Sendungen "Zeitzeichen" und "Forum" mit dem 60. Geburtstag der ARD. Hintergrund für den Themenabend: Am 9. Juni 1950 schlug Adolf Grimme, der Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks, den deutschen Sendern vor, eine Dachgesellschaft zu gründen. Es war die Geburtsstunde der ARD. Fünf Monate später startete das offizielle Versuchsprogramm des Nordwestdeutschen Fernsehdienstes aus einem Hamburger Bunker - zunächst dreimal wöchentlich in schwarz-weiß.
Das Radio mit seinem Spektrum vom "Hafenkonzert" bis zum "Echo des Tages" fesselt ein Millionenpublikum. Sendungen wie "Panorama", "Einer wird gewinnen" oder auch "Tatort" schrieben und schreiben Fernsehgeschichte.