Elbphilharmonie - Prestigeobjekt in der Hafencity
Hamburg baut sich mit der Elbphilharmonie ein neues Wahrzeichen - und das Konzerthaus wird immer teurer. Alles über Pläne und Baukosten bei NDR.de. mehr
Der Streit um Bauzeitverzögerung und Kostenexplosion produziert Disharmonie in der Hansestadt.
Die Rechnungshöfe von Bund und Ländern können ihre Berichte damit füllen: Bauprojekte, die am Ende dem Steuerzahler sehr viel teurer kommen als ursprünglich veranschlagt. Beispiel: Elbphilharmonie Hamburg. Mit dem gigantischen Bauwerk auf dem Kaispeicher A in der Hafen-City will die Hansestadt in der Reihe der großen Konzertstädte mitspielen. Der Generalintendant und das Orchester sind ausgewählt, das Eröffnungskonzert sollte längst über die Bühne gegangen sein.
Doch der Prunkbau ist noch immer im Rohbau - und der kommt nicht voran. Anstatt schöner Klänge produziert die Elbphilharmonie Streit um Verzögerung und Kostenexplosion. Geplant worden war ursprünglich einmal mit 77 Millionen Euro Baukosten, mindestens 323 Millionen soll das neue Wahrzeichen der Freien und Hansestadt Hamburg inzwischen kosten. Stadt, Architekten und Baufirma liegen miteinander im Clinch.
Es stellt sich immer mehr heraus, dass die öffentliche Hand augenscheinlich etwas naiv an das Projekt heran gegangen ist. Wieder einmal, wenn es um große, öffentliche Projekte geht.
Der Themenabend auf NDR Info am Mittwoch, den 1. Februar 2012 beleuchtet Fehleinschätzungen bei der Planung und dem Bau von öffentlichen Projekten. Zunächst berichtet die Sendereihe "Das Forum" um 20.30 Uhr in einem Feature von Claudia Plaß und Kathrin Schmid über die Geschichte der Elbphilharmonie: Planung und Bau - und die damit verbundenen Probleme.
Anschließend diskutieren in der "Redezeit" Experten und interessierte Hörerinnen und Hörer. Warum explodieren die Kosten der öffentlichen Bauten so häufig? Planen oder kontrollieren die Behörden schlecht? Gibt es ein Interesse an niedrigen Kostenvoranschlägen? Ist der Druck auf die Bauwirtschaft durch Ausschreibungen zu groß?
Gäste:
Marco Trips, Stadtrat von Sehnde und designierter Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes
Peter Hettlich, Ingenieurbüro für Projektsteuerung, Bauleitung und Bauberatung, Leipzig
Dr. Hans-Hartwig Löwenstein, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe
Moderation: Andreas Bormann
Rufen Sie an, sagen Sie Ihre Meinung, diskutieren Sie mit unseren Experten. Unsere Telefone sind am 1. Februar ab 20.30 Uhr geschaltet: (0 40) 44 17 77. Für einen Anruf aus dem Festnetz fallen die ganz normalen Telefongebühren an.