Dieses Thema im Programm:
Homosexualität ist in Großstädten längst Alltag. In ländlichen Regionen ist es häufig schwieriger, offen homosexuell zu leben.
Die Gleichstellung von Homosexuellen ist in Deutschland - bis auf wenige Ausnahmen im Steuer- und Adoptionsrecht - längst Gegenwart. Und in Großstädten wie Hamburg, Köln oder Berlin gehören schwule und lesbische Pärchen auf den Straßen zum Alltag. Ganz anders aber sieht es noch immer in den ländlicheren Regionen aus. Vor allem für Jugendliche ist das Coming Out hier schwer. Doch es gibt Beratungsangebote, zum Beispiel von der AIDS-Hilfe Emsland in Lingen. Dort treffen sich regelmäßig homosexuelle Menschen aus der Region, zudem gibt es eine Coming-Out-Gruppe, die Jugendliche bei der Suche nach ihrer sexuellen Identität unterstützen will.
Es ist nicht immer der große Auftritt: Den meisten Menschen ist es wichtig, im Alltag in der heimischen Umgebung akzeptiert zu werden.
Heiner Rehnen ist der Gründer des AIDS-Hilfe Vereins. Bis er selbst so weit war, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen, war es ein langer Weg. Ein Outing zu Schulzeiten war unvorstellbar. Dann, in den 80ern, kam die Angst vor AIDS. "Da waren ja die Ängste eminent, da wurde von Schwulen-Seuche gesprochen, das war eine absolute Katastrophe. Die Diskussion in der Öffentlichkeit darüber, wie man sich vor diesen Leuten, die infiziert sind, schützen kann: Da wurde über Quarantäne gesprochen, da wurde über namentliche Meldepflicht und so was gesprochen, das war schon relativ krass."
Heiner Rehnen beschloss, etwas zu tun. Er gründete die AIDS-Hilfe Emsland. Das Gebäude liegt nur wenige Fußminuten vom Lingener Marktplatz entfernt, in der Mühlenstiege. Darin: Ein Café-Bereich, ein Beratungsraum und ein Büro. Die Aufklärungsarbeit der AIDS-Hilfe richtet sich auch an Heterosexuelle. Die Reportage begleitet Sexualberater bei ihrer Arbeit und spricht mit Homosexuellen über ihre Wünsche und Hoffnungen sowie ihren alltäglichen Kampf um Akzeptanz.