Eine Sendung von Alexander Göbel, ARD-Korrespondent in Rabat
Lomé ist nicht Abidjan und auch nicht Lagos: Es hat nicht den Glamour dieser weltberühmten, lauten, chaotischen Metropolen Westafrikas. In Togos kleiner Hauptstadt ticken die Uhren anders, langsamer und leiser. Und das ist auch gut so: Denn eine Reise nach Lomé schärft den Blick auf Afrika, hilft, Afrika zu verstehen - den gelebten Widerspruch. Wer Lomé besucht, macht immer auch eine Zeitreise in die Geschichte, vor allem in die deutsche. Die Landungsbrücke, das Seemannsheim, das Straßennetz, die Eisenbahn, der Friedhof, die Gefängnisse, die deutsche Sprache: Spuren aus "Togoland", der Kolonie der Deutschen bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Aber eine Reise nach Lomé ist gleichzeitig auch eine Reise ins Zentrum der urbanen afrikanischen Lebenswirklichkeit der Gegenwart, die von bitterer Armut gezeichnet ist, von harter Arbeit für das tägliche Brot, vom Ärger über die maßlose Politik und natürlich vom Voodoo-Zauber. Alexander Göbel macht diese Reise in eine ganz besondere Stadt und trifft Taxifahrer, Politiker. Gelehrte, Glücksritter, Aussteiger, togoische Deutschlandfans und deutschen Togofans - und natürlich auch die Féticheure (Marché au Féticheurs, der örtliche Fetischmarkt).