Goa: Bedrohtes Hippieparadies am Arabischen Meer

Eine Sendung von Jochen Faget

Goa im indischen Ozean © dpa/picture-alliance Fotograf: Peter Ptschelinzew Detailansicht des Bildes In den 70er-Jahren war Goa der Himmel auf Erden für die Hippies der Welt: Meditation und Liebe am Arabischen Meer, Happyness fast zum Nulltarif. Heute kommen nicht nur Rucksacktouristen nach Goa, sondern auch reiche Inder und Russen. Die einst menschenleeren Strände sind inzwischen zugebaut, dickbäuchige Touristen knattern 'oben ohne' auf Motorrädern durch tropische Regenwälder. Dennoch hat sich die frühere portugiesische Kolonie, die heute der kleinste Staat der großen Indischen Union ist, einen gewissen Charme erhalten. Wir haben uns das Beste aus den beiden Kulturen herausgesucht, sagen die Goanesen gern. Tempel und Kirchen, heilige Kühe und Steaks: Europäische und indische Traditionen existieren friedlich nebeneinander, sei es in der quirligen Hauptstadt Panjim oder im noch immer fast unberührten Süden.

Viele Bewohner Goas klagen dennoch über den Verlust ihrer Kultur. Sie schimpfen über die unfähigen, korrupten Politiker, die es zulassen, dass wegen der hohen Eisenerzpreise das gesamte Hinterland Goas in ein einziges Bergwerk verwandelt wird. Im Tagebau und ohne Rücksicht auf Verluste wird das Erz abgebaut mit unabsehbaren Konsequenzen für die Umwelt. Aber der Widerstand formiert sich, immer mehr Goanesen wollen den Raubbau verhindern. Goa soll ein einzigartiges Paradies am Arabischen Meer bleiben.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/hhuhgoa100.html
Weitere Informationen
Kopfhörer vor dunklem Hintergrund auf einen Globus gesetzt. © panthermedia Fotograf: GünterSlabihoud
 

Zwischen Hamburg und Haiti

Alle Themen, alle Spielarten, immer ein Mehrwert - sonn- und feiertags um 07.30 Uhr / Wiederholung um 09.30 Uhrmehr