Was läuft schief bei öffentlichen Planungen?
Ein Feature von Claudia Plaß und Kathrin Schmid
Der Streit um Bauzeitverzögerung und Kostenexplosion produziert Disharmonie in der Hansestadt.
Die Rechnungshöfe von Bund und Ländern können ihre Berichte damit füllen: Bauprojekte, die am Ende dem Steuerzahler sehr viel teurer kommen als ursprünglich veranschlagt. Beispiel: Elbphilharmonie Hamburg. Mit dem gigantischen Bauwerk auf dem Kaispeicher A in der Hafen-City will die Hansestadt in der Reihe der großen Konzertstädte mitspielen. Der Generalintendant und das Orchester sind ausgewählt, das Eröffnungskonzert sollte längst über die Bühne gegangen sein.
Doch der Prunkbau ist noch immer im Rohbau - und der kommt nicht voran. Anstatt schöner Klänge produziert die Elbphilharmonie Streit um Verzögerung und Kostenexplosion. Geplant worden war ursprünglich einmal mit 77 Millionen Euro Baukosten, mindestens 323 Millionen soll das neue Wahrzeichen der Freien und Hansestadt Hamburg inzwischen kosten. Schätzungen, die die Mehrkosten einbeziehen, gehen allerdings bereits von 476 Millionen Euro aus. Stadt, Architekten und Baufirma liegen miteinander im Clinch.
Es stellt sich immer mehr heraus, dass die öffentliche Hand augenscheinlich etwas naiv an das Projekt heran gegangen ist. Wieder einmal, wenn es um große, öffentliche Projekte geht.