Geschwisterliebe

Über die schwierige Balance des Glücks

Ein Feature von Gabriele Bondy
Produktion: BR 2009

Zwillinge im Sonnenblumenfeld © picture-alliance/ dpa Fotograf: Karl-Josef Hildenbrand Detailansicht des Bildes Zwillingen wird eine ganz besondere Beziehung zueinander bescheinigt, aber auch "normale" Geschwister verbinden und trennen Emotionen der besonderen Art. Geschwister lieben und hassen einander, nerven, distanzieren sich oder pflegen noch als Erwachsene engen Kontakt. Reisen, arbeiten, ja leben miteinander. Die ganze Bandbreite der Emotionen und Verhaltensweisen verbindet oder trennt sie. Los kommen sie nicht voneinander. Denn ihre Beziehung gehört neben der zu den Eltern zu den Primärbeziehungen, die schicksalhaft auch den Umgang mit außerfamiliären Bezugspersonen prägen. Bewusst oder unbewusst.

Der Schweizer Psychologe Jürg Frick spricht von einer bis noch vor Kurzem vorherrschenden Vernachlässigung, ja Verdrängung der Geschwisterthematik. So konzentrierte sich die psychologische Forschung vor allem auf die Ergründung der Eltern-Kind-Beziehung und deren Bedeutung für die individuelle Entwicklung des Menschen bis hin zur Partnerwahl.

Selbst Sigmund Freud blieb seiner bevorzugten Rolle als Erstgeborener immer treu. Das wird besonders in den Beziehungen zu seinen Schülern deutlich. So agierte er seinen Konflikt mit Alfred Adler auf einer recht vordergründigen, ihm aber wohl unbewussten Ebene als großer Bruder aus. Adler wiederum blieb gefangen in den Erfahrungen, mit dem eigenen, stets als bedrohliche Konkurrenz empfundenen großen Bruder, der fatalerweise auch noch Sigmund hieß. Und Goethes Beziehung zu seiner Schwester Cornelia mag als Muster gelten für das verantwortliche, zeitweilig auch besserwisserische Auftreten des älteren Bruders.

Das Feature am Montag, 26. Dezember 2011 von 11.05 bis 12 Uhr

Ein Ausschnitt aus dem Feature "Geschwisterliebe" | NDR Info
Sendung
Sonnenuntergang im Ruhrgebiet © dpa - Bildfunk Fotograf: Julian Stratenschulte
 

Das Feature

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