Das Feature
Viele Themen, alle Spielarten, immer ein Mehrwert - sonn- und feiertags um 11.05 Uhr. mehr
Die Themen im Januar, Februar und März 2012
Sonntag, 08.01.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Gutmenschen, Zeitspender und Wohltäter gesucht - Die Ehrenamtler
Feature von Michael Schulte
Produktion: DLF 2011
In tausenden von Initiativen, Vereinen und Verbänden setzen sich Ehrenamtliche für gemeinsame Ziele ein. Besonders engagiert geben sich Bürgerstiftungen, Rotary Clubs oder Freundeskreise, in denen sich nicht selten betuchte und einflussreiche Menschen zusammentun. Sie machen sich für benachteiligte Menschen oder unterfinanzierte Kultureinrichtungen stark. Der Staat allein kann das ihrer Ansicht nach nicht schaffen. Ein Feature über die Beweggründe, Erfolgsrezepte und Eitelkeiten der Engagierten.
Sonntag, 15.01.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Mein lieber Heinrich - Eine niederdeutsche Familienmontage
Feature von Elke Suhr
Produktion: NDR/DLF 2008
„Sie kommen in ein trauriges Haus“, sagte der Pfarrer im Herbst 1939 zu der hochschwangeren jungen Frau. Ihr 27jähriger Mann hatte zur Hochzeit drei Tage Urlaub von der Westfront bekommen. Er stand damals schon als Unteroffizier gegen Versailles. Er brannte förmlich darauf, den Tod seines Vaters zu rächen, der in einem Schützengraben vor Spa elendiglich an Wundfieber verreckt war. Seine Eltern hatten - selten für kleine Bauersleute im Nordwestdeutschland der damaligen Zeit - einander von Herzen geliebt und sich, nachdem der Vater eingezogen worden war, beinahe jeden Tag geschrieben. So offenbart ihr Briefwechsel den 1. Weltkrieg von ganz unten, aus den Schützengräben an der Dreckslinie. Die Korrespondenz erzählt, wie die Mutter Hof und Kinder ohne Offiziersgehalt durchbringen und trotzdem noch Vieh an die Vaterländische Front liefern konnte. „Sitzt Papa da oben auf der Wolke“, soll der kleine Junge sie irgendwann gefragt haben. Und sie hat geweint. Er hatte früh Verantwortung für den kleinen Hof an der Oldenburgischen Hunte übernommen. 1939 musste er dennoch hinaus, und seine junge Frau führte die Wirtschaft gemeinsam mit seiner Mutter. Und als er nach Jahren britischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, stellten sich alle Fragen neu. Die Autorin Elke Suhr erzählt die Geschichte ihrer Familie. Für „Mein lieber Heinrich - Eine niederdeutsche Familienmontage“ wurde sie mit dem Robert-Geisendörfer-Preis 2009 aufgezeichnet.
Sonntag, 22.01.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Elternquartett - Vom Alltag einer Regenbogenfamilie
Feature von Wibke Starck
Produktion: NDR 2011
Doreen wollte immer Kinder. Martin auch. Doreen lebt in einer lesbischen Beziehung mit Vera, Martin in einer schwulen mit Jörg. Dann bekamen sie ein Kind. Hannah ist heute zehn und nennt Doreen Mama und Martin Papa. Und nennt Vera Mama und Jörg Papa. Im Grunde ein großartiges Modell, bei dem manches Heteropaar neidisch werden könnte: vier Eltern, die sich die Kinderbetreuung und das Geldverdienen teilen. Aber eben auch vier Eltern, die sich über all dies einigen müssen. Vor fast zehn Jahren entstand eine erste Radiosendung mit Doreen, Vera, Martin und Jörg. Da waren sie mitsamt Kleinkind gerade aus Leipzig und Berlin in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Was hat sich in all den Jahren getan? Sind sie noch zusammen? Wie ist die Stimmung heute? Wie haben sich ihre Vorstellungen, Pläne und Sorgen verändert? Und was sagt Hannah heute dazu?
Sonntag, 29.01.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Das ARD radiofeature - Tretmühle Telekom
Feature von Charly Kowalczyk
Produktion: SR 2012
Die Deutsche Telekom beschreibt sich gern als soziales Unternehmen, familien- und frauenfreundlich. Dennoch verließen seit 1996 in Deutschland etwa 130.000 Männer und Frauen das Unternehmen, mehr oder weniger freiwillig. Permanente Umorganisationen und Standortverlagerungen machen viele „Telekomiker“, wie sie sich selbst nennen, mürbe. Hinzu kommt, dass die Arbeitsverdichtung und der Druck auf die Mitarbeiter/innen erheblich zunehmen. Die Meisten sprechen darüber nur hinter vorgehaltener Hand – die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren ist groß. Feature-Autor Charly Kowalczyk hat nach langen Recherchen einen Einblick in die interne Telekom-Welt erhalten.
Sonntag, 05.02.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Die 20 Dollar Chance - Das große Rennen in Äthiopien
Feature von Lorenz Schröter
Produktion: NDR/DLF 2006
Weit vor Sonnenaufgang sieht man sie in kleinen Gruppen hintereinander über die verbrannte rote Erde rennen und sich durch einen steilen Eukalyptuswald schlängeln: Kinder und Jugendliche, die nur ein großes Ziel vor Augen haben - Olympische Spiele und Weltmeisterschaft. Aus der Gegend um Bekoji stammen die besten Langstreckenläufer aller Zeiten. Haile Gebreselassie, Kenenisa Bekele, Derartu Tulu und die Dibabba-Schwestern, alle Goldmedaillengewinner und Weltrekordler. Zum Great Ethiopien Run treten jedes Jahr 25 000 Läufer an, darunter viele Bauern und Hirten, für die die Startgebühr sowie die Anreisekosten eine gewaltige Investition darstellen.
Sonntag, 12.02.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Kampf gegen Killer-Keime - MRSA in deutschen Krankenhäusern
Feature von Valentin Thurn und Frank Bowinkelmann
Produktion: NDR/SR 2010
Ins Krankenhaus wird man gebracht, um wieder gesund zu werden. Doch manchmal wird man dort erst richtig krank. Die weltweite Ausbreitung neuartiger Bakterien in den Hospitälern bereitet Patienten und Ärzten Sorge. Der am weitesten verbreitete und gefährlichste unter den Krankenhauskeimen heißt MRSA - methicillinresistenter Staphylokokkus aureus. Der Keim ist gegen immer mehr Antibiotika resistent und wird zunehmend aggressiver: Die Zahl der Medikamente, die noch gegen ihn eingesetzt werden können, sinkt von Jahr zu Jahr. MRSA kann zu schweren Wundinfektionen, Lungenentzündungen, Sepsis und nicht selten zum Tod führen. Europaweit sterben jedes Jahr rund 50 000 Menschen an dem Killer-Keim. Deutschland hat dabei die höchsten Steigerungsraten. Koordinierte Gegenstrategien scheitern am Zuständigkeitswirrwarr. Jedes Bundesland hat andere Standards bei der Krankenhaushygiene, doch die Keime scheren sich nicht um Kompetenzen oder Ländergrenzen. Wie schlimm es steht, wird nicht flächendeckend erfasst. Es gibt nur in wenigen Ausnahmefällen eine Meldepflicht für MRSA, erstaunlich, wo doch sonst jede Masern- oder Pneumokokken-Infektion angezeigt werden muss. Das Feature führt in OP-Säle und Krankenzimmer, zu Patienten, Ärzten, Krankenschwestern, Hygienikern, Mikrobiologen und Reinigungskräften – dorthin, wo der Kampf gegen die Killer-Keime aufgenommen wird.
Sonntag, 19.02.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Rainer aus der Märchensiedlung
Feature von Paula Schneider
Produktion: NDR/DLF 2012
In der Märchensiedlung in der Hamburger Peripherie wuchs Rainer auf. Ein spätes Wirtschaftswunderkind, zu groß und zu still. Die Mutter wollte ihn vor allem schützen, auch vor dem Leben selbst. Rainer wurde Rechtspfleger, bildete Juristen aus. Nach Feierabend bekam er als Konzertflötist Applaus. Ganz bei sich aber war er nie. Statt in seiner Küche frühstückte Rainer im Büro. Sein Wohnzimmer waren zwei Kneipen, auch wenn Gäste ihn über den Tisch zogen. Er half ehrenamtlich beim Mieterbund und ließ in die eigene Wohnung nicht mal einen Klempner für die kaputte Dusche. Und immer trieb ihn eine zerstörerische Sehnsucht um: nach wirklicherem Leben, nach Geheimnis, nach einer mit allen Wassern gewaschenen Ex-Reeperbahnwirtin. Sehnsucht nach Glück, das für ihn so wenig zu fassen war wie das Spiegelbild der Leuchtreklame in den Pfützen zwischen Großneumarkt und St. Pauli. Gestorben ist Rainer als Messie und Alkoholiker, allein, lang hingeschlagen hinter der Wohnungstür, fünf Tage vor seiner Pensionierung. Die steinalte Mutter, Kollegen und Kneipenfreunde rätseln, warum. Sonntag, 26.02.2012
Sonntag, 26.02.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Das ARD radiofeature - Abstellgleis für alle
Feature von Wilm Hüffer
Produktion: SWR 2012
Der Bahnhofsbau von Stuttgart liegt auf der Resterampe des Feuilletons. Dort grübelt man über Modernisierungsverweigerer, grüne Ideologen und schwäbische Wutbürger. Eine tragisch verzerrte Wahrnehmung. Denn Stuttgart 21 ist ein Abstellgleis, auf das auch alle anderen geschoben werden. Eine tiefer gelegte Sackgasse der deutschen Verkehrspolitik. Milliarden werden in Stuttgart und auf der Schwäbischen Alb verbaut, die für ungleich wichtigere Bahnprojekte fehlen. Deutlich mehr Güter auf die Schiene zu bringen, dieses Ziel wird Deutschland auf absehbare Zeit nicht erreichen - auch wegen Stuttgart 21. Wilm Hüffer rekonstruiert anhand zahlreicher bahninterner Unterlagen den Schacher um das schwäbische Großprojekt.
Sonntag, 04.03.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Eine unvernünftige Frau - Diane Wilson, Fischerin
Feature von Gerit von Leitner
Produktion: WDR 2011
Das Kind liebte das Wasser. Schon mit acht Jahren steuerte Diane Wilson ein Krabbenfischerboot. Vier Jahrzehnte später versuchte sie ihren Kutter zu versenken , um gegen die Verseuchung des Golfs von Mexiko zu protestieren. Die Küstenwache vereitelte den Versuch. Die Tochter eines Cherokee-Indianers und einer Irin wurde zu einer Ikone der US-Umweltbewegung. Sie gründete die Frauenorganisation „unreasonable women“ und erkletterte den Schornstein des Chemieriesen Union Carbide. Am 20. April 2010 explodierte die Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Diane Wilson reiste nach Washington und übergoss sich während einer Anhörung von BP-Chef Tony Hardward im US-Kongress mit nachgemachtem Öl. „Das Leben einzusetzen kann seltsam befreiend sein. Das hat mich das Meer gelehrt“, sagt Wilson.
Sonntag, 11.03.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Sehr gut - Die Macht der Tester
Feature von Tom Schimmeck
Produktion: NDR/SR 2012
Ihre Prüfsiegel haben die Wirtschaft verändert. Die Urteile unabhängiger Warentester dirigieren das Kaufverhalten mehr als jeder Werbespot. Weltweit wachen Verbraucherorganisationen über Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen, mit zunehmendem Erfolg: in Deutschland sind Stiftung Warentest und Ökotest Instanzen, die darüber entscheiden, ob eine Ware Bestseller oder Ladenhüter wird. Die Macht der Tester geht so weit, dass Firmen ihre Produktionen an den Kriterien der Institute orientieren. Um möglichst ein „Sehr gut“ zu ergattern. Wenn die Kriterien gut und die Siegel seriös sind, zum Wohl der Verbraucher. Aber wer testet die Tester?
Sonntag, 18.03.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Die braune Parallelgesellschaft - Rechtsextremismus hinter Gittern
Feature von Maik Baumgärtner und Thilo Schmidt
Produktion: DLF 2011
Sie sitzen wegen Mord, Brandstiftung oder Volksverhetzung: Neonazis in deutschen Knästen. Und gerade in Ostdeutschland dominieren sie den Gefängnisalltag. Sie tragen T-Shirts aus einschlägigen Versandhäusern, bilden Cliquen, agitieren und verbreiten Propaganda. Unterstützt werden sie dabei von Personen und Vereinen, die sich der "nationalen Gefangenenarbeit" verschrieben haben. Die kümmern sich um die Angehörigen, schicken Bücher, Geld und manch anderes hinter die Gefängnismauern. Im gesamtgesellschaftlichen Kampf gegen Rechtsextremismus wird die braune Szene hinter Gittern kaum berücksichtigt. Ex-Häftlinge sprechen von einer stillschweigenden Akzeptanz brauner Agitationsarbeit durch Vollzugsbedienstete - oder gar von offener Sympathie. Neue Häftlinge, die ihr gesamtes soziales Umfeld verloren haben, werden von Neonazis gezielt kontaktiert, ihnen wird Stärke, Rückhalt und Kameradschaft versprochen. „Nationale Gefangenenarbeit“ hat eine lange Tradition: Schon um die nach dem Zweiten Weltkrieg inhaftierten Kriegsverbrecher kümmerten sich ihre Kameraden von draußen.
Sonntag, 25.03.2012, 11.05 – 12.00 Uhr
Das ARD radiofeature - Der Anführer
Feature von Bettina Rühl
Produktion: WDR 2012
In Stuttgart steht seit Mai 2011 ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher aus Ruanda vor Gericht. Ignace Murwanashyaka soll von Deutschland aus eine Miliz befehligt haben, die im Kongo Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht. Milizionäre der FDLR, der "Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas", überfallen seit Jahren Dörfer, brandschatzen, plündern, vergewaltigen, morden. Kamen die Befehle dafür aus Deutschland? Der 48-jährige Murwanashyaka hat in Bonn studiert, ist mit einer deutschen Frau in Mannheim verheiratet und geht regelmäßig zum christlichen Gottesdienst in seiner Gemeinde. Kann so jemand Täter sein? Eine Spurensuche.
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