Möge die Macht mit Dir sein: Star Wars für Anfänger

von Ocke Bandixen

Szene aus "Star Wars 3D, Episode 1" © © 2011 Twentieth Century Fox/ TM & © 2012 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved Detailansicht des Bildes Sind das Darth Vader und R2D2? Nein, natürlich nicht! Das sind Sebulba Jar Jar Binks (l.) und Anakin Skywalker. Also, bei Star Wars geht es um einen kleinen fiependen Androiden, der wie ein fahrbarer Mülleimer aussieht, nur mit Blinklichtern: R2D2. Und dann noch um eine Nervensäge in Goldpapier, der ihn immer dabei stört, wenn er etwas heil macht: C3PO. Wenn man es so erklärt, kommt man ohne Schwierigkeiten durch die 18 Kino-Stunden "Krieg der Sterne" oder "Star Wars", die uns jetzt wieder bevorstehen. Es wird ja auch nicht gerade einfacher dadurch, dass es zwei Trilogien gibt, wovon die zweite zuerst im Kino war, und die erste früher spielt, aber später gezeigt wurde.

Jetzt mal der Reihe nach: Man kann Krieg der Sterne auch so erzählen: Es war einmal in einem weit entfernten Universum. Zwei Jedi-Ritter sollen mal nachsehen, was da so los ist auf dem Planeten Naboo, der Ärger macht und die Handelsrouten der Föderation stört. Die Jedis ziehen sich alte Jutesäcke an, schnallen sich ihre Laserschwerter um und finden dort einen kleinen Jungen.

Wenn ich in diesem Tempo weiter erzähle, dann komme ich mit dieser Glosse auch noch in den Nachtclub. Deshalb ab jetzt die beschleunigte Fassung: Jedi-Ritter sind gut, die Macht auch. Ziehen sich jetzt helle Morgenmäntel an. Bis auf den bösen Teil, also die Macht, der trägt Schwarz. Aber das kommt später. Obi Wan Kenobi. Der Junge Anakin Skywalker soll auch dazu gehören. Das Mädchen, Prinzessin Amidala. Boy meets Girl - galaktisch. Ein böser Lordkanzler, der Sith, schlimm, schlimm. Ein dunkler Typ mit doppeltem Laserschwert, kling-klong. Klone. Der eigentlich Schlimme ist ein Senator. Und der Gute: Meister Yoda sieht aus wie Joschka Fischer im Bademantel. Und spricht wie ein Dreijähriger.

Und dann: Ganz viele Roboter - die heißen hier nur anders. Krieg, Krach und Spektakel. Dann hat es gefunkt zwischen dem Bösen und dem Jungen. Und dem Mädchen auch. Schwierig. Zieht sich aber hin. Bis aus dem Jungen ein böser Mann mit schwarzem Umhang mit Asthma und Gesichtshelm wird. Der eigentlich Schlimme ist jetzt der Lordkanzler. Und aus dem Mädchen wird die Mutter von Leia und Luke. Nicht?

Einmal durchatmen. Alle noch da? Weiter. Nächste Trilogie. Luke im Bademantel, Obi Wan ist ein alter Mann. Leia hat ein komische Frisur. Und Indiana Jones spielt Hansano, nein Han Solo. Das All ist dunkel, die Helden sind hell. So ein Laserschwert ist eine feine Sache. Vor allem, wenn ein Todesstern durch die Galaxie rauscht. Die ganzen Dicken und Schleimigen, die Wurmartigen und Echsenhaften, die lassen wir mal weg. Luke Skywalker ist leicht schwer von Begriff, macht nichts. Die Macht ist mit ihm. Sagt Obi Wan, der inzwischen verdammt nach Alec Guinness aussieht.

Leia und Han. Kein Solo. Die dunkle und die helle Seite der Macht. Luke sieht ständig überfordert aus. Der eigentlich Schlimme ist jetzt der Imperator. Dem Gesichtshelm geht die Puste aus: Ich bin Dein Vater. Trümmer total. Todesstern kaputt. Film zu Ende. Endlich.

P.S.: Am anderen Ende der Galaxis spielt ein kleiner Junge mit einer Luke-Skywalker-Figur und haut der Obi-Wan-Kenobi-Figur mit einem Holzknüppel einen über: Möge die Macht mit Dir sein.

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