Auf ein Wort
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Sollte es mit der US-Präsidentschaft nichts werden, dann könnte Newt Gingrich ja immer noch zum Mond fliegen.
Diese Idee wird in Florida, wo eine weitere Präsidentschaftskandidatur-Vorwahl der US-Republikaner stattfindet, begeistert aufgenommen. Kein Wunder, dass Newt Gingrich hier punkten kann, denn die Raumfahrt war in Florida zu Hause und liegt nun dort darnieder. Hat doch der geizige Barack Obama die Gelder für Amerikas Mondprogramm kürzlich gestrichen. Dabei könnte die Mondkolonie der chinesischen und russischen Konkurrenz im Weltraum trotzen, die Wirtschaft ankurbeln und den USA einen neuen Stern auf die Fahne setzen. Kreativer, weitsichtiger und patriotischer kann keine politische Idee sein.
In Wahrheit wird die Mondkolonie zur rettenden Idee gegen Amerikas drohenden Niedergang. Denn dort könnten sich die großen Probleme des Landes von selbst lösen: Illegale Einwanderer würden auf den Mond geschickt, Müll könnte auf dem Erdtrabanten entsorgt werden, der Klimawandel ist dort noch nicht angekommen, und auch das leidige Abtreibungsthema würde entschärft, da sich Koppelungsmanöver im schwerelosen Raum als mühsam erweisen.
Der Mond böte Amerika außerdem die Chance, den puritanischen Geist wiederzubeleben. Der 51. US-Staat könnte ein Paradies echter republikanischer Gesinnung werden, denn Homo-Ehe, Umweltschutz, Krankenversicherung und andere Schweinereien wären aus der Welt geschafft. Kein Wunder, dass die Umfragewerte von Newt Gingrich bei den Republikanern zurzeit astronomisch schwanken.
Der Mond ist aufgegangen: Die USA auf der Suche nach Bundesstaat Nummer 51.
Das ehrgeizige Mondprogramm des Konservativen Newt Gingrich hätte noch einen weiteren Vorteil: Es könnte Amerikas Wirtschaft beleben. Der 51. US-Staat brauchte Wohnungen, Nahrungsmittel, Heizung, Kommunikation und Arbeitsplätze. Das alles könnte Gingrich sicher finanzieren, hat er doch einen Kasino-Milliardär aus Las Vegas als freigiebigen Finanzier. Steuern würden natürlich nicht erhoben werden. Als echter Republikaner bittet Gingrich lieber seinen Sponsor zur Kasse als den gebeutelten Steuerzahler. Bravo!
Auch könnte der US-Mondstaat zum Zufluchtsort für gescheiterte Republikaner werden - zum Beispiel für die Ex-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin. Das ist keine schlechte Idee, denn schließlich kann sie vom Mond aus die ganze Erde sehen. Dann wird sich ihre Außenpolitik nicht nur auf Russland und Kanada beschränken und den ganzen Globus umfassen. Und das wäre ein Segen für Amerika und den Rest der Welt.
Angesichts dieser Perspektiven hat der amtierende Präsident keine Chancen auf Wiederwahl. Denn schließlich heißt "Yes, we can" auch, dass Obama den Mond besiedeln kann. Doch hier schweigt das Weiße Haus. Obama soll zwar auf Hawaii in klarer Mondnacht mit Michelle am Strand gesehen worden sein. Aber das Paar soll sich nur umarmt und keine Raumanzüge getragen haben. Denn Obama sucht noch immer den Wandel auf Erden, mondsüchtig ist er jedenfalls nicht.