Mitt Romney ist auf den Hund gekommen

von Friederich Mielke

Der US-Politiker Mitt Romney von den Republikanern. © dpa picture alliance Fotograf: Cj Gunther Detailansicht des Bildes Amerikas Hundefreunde protestieren gegen Mitt Romney: Ein Tierquäler dürfe nicht Präsident der Vereinigten Staaten werden! Skandal im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: Tierschützer werfen dem Republikaner Mitt Romney vor, ein Hundehasser zu sein. So wurde bekannt, dass Romney seinen Irish Setter "Seamus" auf Urlaubsfahrt in einen Käfig gesteckt, aufs Dach des Familienkombis geschnallt und das arme Tier 12 Stunden durch Wind und Regen gefahren haben soll. Als der arme Seamus verzweifelt seine Blase entleerte und die mitfahrenden Kinder das Malheur bemerkten, soll Romney einfach die nächste Tankstelle angefahren, das Tier mit einem Schlauch abgespritzt und dann die Fahrt fortgesetzt haben. Dieses Verhalten grenze an Folter, protestieren Amerikas Hundefreunde. Ein derart brutaler Tierquäler dürfe nicht Präsident der Vereinigten Staaten werden! Stattdessen solle man ihn selbst aufs Autodach schnallen und 12 Stunden durch Amerika kutschieren!

Nun mag man glauben, diese böse Geschichte sei eine üble Verleumdung im Wahlkampf. Politische Gegner würden Diffamierungen streuen, um Romney beim Kampf ums Weiße Haus ein Bein zu stellen. Denn viele Amerikaner sind Hundebesitzer und wünschen sich einen Tierfreund zum Präsidenten. Doch die schlimme Story vom schutzlosen Setter auf dem Autodach ist leider wahr -  nachzulesen in Amerikas Presse und auf verschiedenen Internet-Seiten - unter anderem auf "Hunde gegen Romney", wo Amerikas Kläffer zum Wahlboykott des republikanischen Präsidentschaftskandidaten aufrufen: "Wenn ich ein Hund wäre", steht auf der Website, "würde ich diesen Folterer nicht wählen." 

Dieser Aufruf stößt offensichtlich auf Gehör, denn der Hundeskandal weitet sich immer mehr aus. Die Presse spricht inzwischen vom "Crate Gate" oder "Käfig-Gate" - eine Anspielung auf Watergate und das Bild vom armen Setter im Käfig. Nun will Romney die Hundefreunde versöhnen und Schadensbekämpfung praktizieren: Er habe damals fünf Kinder im Auto gehabt, lautet seine Ausrede; auf dem Dach sei es dem Tier besser gegangen als im randvollen Auto. Es sei freiwillig in den Käfig gesprungen, in dem er schließlich "frische Luft" hatte.   

Doch diese Ausflucht prallt auf Granit: "Dieser Mann ist ein gewissenloser Psychopath", schimpft die Webseite "Hunde gegen Romney." Prompt streichelt Erzrivale Newt Gingrich Welpen auf seiner Homepage und präsentiert sich als alter Hundefreund. Romneys Herzlosigkeit habe ihn „zum Bellen böse“ gemacht. Gingrich attackiert Romney gern als rücksichtslosen Geschäftsmann und nutzt den "Käfig-Skandal", um den Menschen- und tierverachtenden Charakter seines Rivalen bloßzustellen. Amerikanische Wahlkämpfe sind hart und schmutzig. Da kommt ein elender Vierbeiner auf dem zugigen Autodach gerade recht.   

Und was sagt Präsident Obama zu dieser Affäre? Er hält sich vornehm zurück und genießt sein Image als Hundefreund, spielt mit First Dog Bo und zeigt stolz, wie liebevoll seine Töchter ihren hübschen Portugiesischen Wasserhund versorgen. Und weil ein derart fürsorglicher Vater und Tierfreund kein schlechter Mensch sein kann, verdient er die Wiederwahl. Amerikas Moppel wählen Obama. Wie gut, dass Romneys Herzlosigkeit entlarvt wurde. Und wie gut, dass Tierliebe in Gottes eigenem Land noch etwas zählt. Sonst säße der gewissenlose, klerikale und ultra-konservative Tierquäler Mitt Romney demnächst im Weißen Haus. Und das würde nicht nur Amerika auf den Hund bringen.

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Buchstaben aus bunten Nudeln rieseln von einer Hand © dpa-Zentralbild Fotograf: Jan-Peter Kasper
 

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