Ein Traum: Herr Clooney und Frau Merkel

von Korinna Hennig, NDR Info

Gerorge Clooney als Angela Merkel (Montage, Satire) © picture alliance / dpa, picture alliance / Byron Purvis/AdMedia Fotograf: Odd Andersen, Byron Purvis Detailansicht des Bildes Na, wie gefällt Ihnen George Clooney in seiner neuesten Rolle als Mrs. Merkel. Irgendein dunkles Geheimnis musste der Mann ja haben. George Clooney ist gerade mal fünfzig, er hat drei Dutzend Spielfilme gedreht, vier Dutzend Ehrungen bekommen, fünfmal Regie geführt und ist Friedensbotschafter der Vereinten Nationen. So viel Glamour ganz ohne Schatten? Geht doch nicht. Und darum wissen wir jetzt endlich: Clooneys Leiche im Keller heißt Angela Merkel. Er hat tatsächlich gesagt: "Wenn ich mir aussuchen dürfte, welches politische Oberhaupt ich mal spielen will, würde ich Angela Merkel wählen." Das originellste aber ist seine Begründung: "Ich wollte immer gern eine kleine deutsche Frau sein." Was ist das denn für eine abgefahrene Fantasie? Haben Sie überhaupt eine Ahnung, wovon Sie da reden, Mr. Clooney?

Als kleine deutsche Frau darf man nämlich vor allem eins nicht sein: eine solche. Jahrelang muss man es sich gefallen lassen, "Mädchen" genannt zu werden, und kaum ist der Alte weg und man fühlt sich erwachsen, sagen plötzlich alle "Mutti". Ferner übt man eine rätselhafte Anziehungskraft auf kleine französische Männer aus, und zwar solche, die früher gern von einer anständigen Egoshooter-Nummer mit dem Hochdruckreiniger in der Vorstadt fantasiert haben - für einen Pazifisten wie Clooney dürfte das nur schwer erträglich sein. Achja, und dann ist da noch die kochende Leidenschaft ganz tief innen drin in der kleinen deutschen Frau: Gummidichtungen. Ja, Sie haben richtig gehört, Mr. Clooney. Auf die vor Jahren gestellte Frage, was sie an ihrem Land schätze, hat besagte kleine deutsche Frau Merkel nämlich nicht geantwortet: große schauspielende Männer. Sondern: dicht schließende Fenster! Lassen Sie das mal sacken!

Nein, George Clooney muss sich geirrt haben. Das eigentliche Fräuleinwunder ist ganz bestimmt die große deutsche Frau. Bettina Wulff zum Beispiel ist eine große deutsche Frau. Ob George Clooney um diesen hochbrisanten Politkrimi weiß? Mit einem Gelbklinkerhaus in der Weltstadt Hannover als Zentrum, auf Pump gebaut und mit aufgeklebten Fensterkreuzen? Könnte schon sein, dass er es weiß, denn Clooney sagte auch, er würde es bevorzugen, wenn Politiker ihre Karriere mit einem General-Schuldbekenntnis begännen, um endlich dieses Gewese um persönliche Skandale zu beenden. Schließlich habe fast jeder mal früher einen Joint geraucht oder eine Wasserpfeife. Was wir im Fall von Christian Wulff allerdings bezweifeln, siehe Gelbklinkerhaus.

Wie auch immer: Clooney wäre bestimmt toll als Bettina Wulff. Und in den Nebenrollen glänzen Quentin Tarantino als Carsten Maschmeyer und Thomas Gottschalk als Veronica Ferres. Nur für die kleine deutsche Frau bliebe dann wieder mal kein Platz. Aber die hat ja immer noch den kleinen französischen Mann.

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