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1195: Ein verregneter Sommer führt in Deutschland zur großen Hungersnot

Mittelalterliche Chronisten erzählten gern von üppigen Gelagen und vielfältigen Speisen. Doch das waren seltene Ausnahmen, denn Ernährung im Mittelalter war für die meisten Menschen nichts anderes als permanente Mangelversorgung. Die Hauptmahlzeit der armen Bevölkerung bestand aus Brot, Kraut, Rüben und Bohnen. Wurden diese Lebensmittel knapp, herrschte große Not. Im Jahr 1195 berichtet der Mönch Reiner von Lüttich ausführlich von einer fatalen Naturkatastrophe: "In diesem Jahr regnete es beständig vom Johannisfest bis Weihnachten, besonders zur Zeit der Aussaat." Außerdem vernichtete ein großes Unwetter Ende Juli alle Feldfrüchte. Die Folge davon war eine der schlimmsten Hungersnöte, die sich vom heutigen Belgien über Lothringen, West- und Süddeutschland bis nach Österreich ausdehnte. Zuerst verhungerte das Vieh, dann die Menschen: "Die Armen lagen auf den Straßen umher und starben".

(Montag, 9. August, 20.15 - 20.30 Uhr, NDR Info)

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