Kein anderes deutsches Unternehmen ist so von Mythen umgeben und von Ressentiments aus seiner Geschichte heraus behaftet wie Krupp. "Waffenschmiede des Reiches" ist eine dieser Bezeichnungen, die der Essener Industriellen-Dynastie anhaften. Machthaber aus aller Welt gingen auf der Villa Hügel ein und aus und meist waren diese Besuche mit großen Geschäften verbunden. Krupp machte Politik. Vor allem der Mann, der als angeheirateter "Fürst-Gemahl" von Bertha Krupp für die vierte Firmen-Generation stand: Gustav von Bohlen und Halbach. Im Kampf gegen sein Trauma, nicht als "echter Krupp" anerkannt zu sein, verstand er es meisterhaft, sich mit den jeweiligen "Führern" der Deutschen zu arrangieren: egal, ob es der Kaiser war, die Reichskanzler der Weimarer Republik oder Adolf Hitler.
(Sonnabend, 7. August, 19.05 - 19.20 Uhr, NDR Info)