"An allem ist Hütchen schuld", heißt Siegfried Wagners bekannteste Oper. Für die Gralshüter von Bayreuth war schon der heitere Titel eine Provokation: das war nicht, was man von Richard Wagners Sohn und Franz Liszts Enkel erwartete. So geriet er zwischen die Fronten: Den Wagnerianern war er zu modern und verweichlicht; für Wagner-Feinde blieb Siegfried Wagner vor allem der Sohn. 1906 übernahm er von seiner Mutter Cosima die Leitung der Bayreuther Festspiele, wirkte als Dirigent und Regisseur, aufgeschlossen nicht nur für technische Neuerungen. Daneben entstanden nicht weniger als 18 Opern, von dem Märchenstück "Der Bärenhäuter" über "Schwarzschwanenreich" und "Wahnopfer" bis hin zu dem überraschend aktuellen Polit-Stoff "Das Flüchlein, das jeder mitbekam". Nach Siegfrieds Tod 1930 öffnete seine Witwe Winifred die Festspiele dem Einfluss ihres Herzensfreunds Hitler.
(Mittwoch, 4. August, 20.15 - 20.30 Uhr, NDR Info)