Das Wort "Film" ist noch gänzlich unbekannt, als die französischen Brüder Auguste und Louis Lumière am 13. Februar 1895 das Patent für ihren "Kinematographen" anmelden. Der komische Kasten ist Kamera, Kopiergerät und Projektor in einem. Schon der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison hatte die Idee gehabt, seine Filmrollen zu perforieren, um bewegte Bilder zu projizieren, aber erst den Fotografen Auguste und Louis gelingt es, das flimmernde Bild dank Greifzähnen zu stabilisieren. "Schmiede an der Arbeit", "Eine Feuersbrunst" oder "Babys Frühstück" nennen die beiden Industriellen, die ihr Geld mit der Fotografie gemacht haben, ihre ersten, gerade mal einminütigen Kurzfilme. Kaum 30 Neugierige kommen am 28. Dezember 1895 ins "Grand Café" am Boulevard des Capucines in Paris zur ersten öffentlichen Filmvorführung Frankreichs, um zehn Kurzfilme zu sehen - darunter "Der begossene Gärtner" und "Abbruch einer Mauer". Es ist die Geburtsstunde des Kinos.
(Sonnabend, 13. Februar, 19.05 - 19.20 Uhr, NDR Info)