"Manchmal komme ich mir wie ein wandelndes Monument vor", schrieb Max Schmeling in seinen "Erinnerungen". Damals war er 72 Jahre alt und hatte noch 25 Lebensjahre vor sich. Er gilt als Sportlegende und wurde als National- und Volksheld gefeiert: 70 Profikämpfe, 56 Siege, 40 durch k.o., WM- und EM-Titel, zahlreiche Auszeichnungen, Ehrungen und Titel schmücken seinen Lebenslauf. Viel wichtiger aber: Im Laufe seines Lebens hat er sich neben sportlichem auch gesellschaftlichen Ruhm erkämpft. Max Schmeling, geboren1905 in der Uckermark, wuchs in Hamburg auf. Er boxte sich durch die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Diktatur, ohne der Aufforderung zu folgen, sich von seiner deutsch-tschechischen Frau oder seinem jüdischen Manager zu trennen. Dennoch missbrauchte die NS-Regierung seinen spektakulären Sieg gegen Joe Louis 1936 als "Beweis für die Überlegenheit der arischen Rasse". Im geteilten Deutschland begann Schmeling eine steile Wirtschaftskarriere, er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und gründete die karitative "Max-Schmeling-Stiftung".
(Dienstag, 2. Februar, 20.15 - 20.30 Uhr, NDR Info)