Schicken Sie Ihre Anfrage oder Anregungen zur Sendung bitte an die E-Mail-Adresse: nachtclub[at]ndrinfo.de
Sonnabend von 23.05 Uhr bis Mitternacht
Pop- und Rock-Klassiker der 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahre, Album-Klassiker und Künstlerporträts.
Autoren: Werner Voss, Gitti Gülden, Uli Kniep, Harald Mönkedieck, Götz Steeger, Ralf Dorschel und andere.
Shine Silently
Nils Lofgren, Multi-Instrumentalist, Trampolinspringer und Sideman von Neil Young und Bruce Springsteen, feiert sein 40-jähriges Bühnenjubiläum
Gitti Gülden blickt auf Lofgrens bemerkenswerte Karriere zurück
Als Mike Oldfield im Alter von 19 Jahren anfing, auf 20 verschiedenen Instrumenten Spur um Spur von "Tubular Bells" einzuspielen, ahnte niemand, dass er gerade dabei war, das weltweit erfolgreichste Instrumental-Album eines einzelnen Künstlers aufzunehmen.
"The Manor", ein abgelegenes Landhaus in Oxfordshire mit eingebautem Tonstudio, war die ideale und inspirierende Umgebung. Von Besitzer Richard Branson, der gerade Virgin Records gegründet hatte, war es als Ort zur kreativen Selbstverwirklichung gedacht. "Tubular Bells" des damals knapp 20-jährigen Mike Oldfield war die erste Veröffentlichung bei Virgin. Das Album verkaufte sich 1973 schneller, als die Platten nachgepresst werden konnten.
Nach Art des Popkochers werfen Angela Gobelin und Goetz Steeger einen genaueren Blick auf die musikalischen Geheimnisse von "Tubular Bells".
"Still So Unusual"
Von der schrillen MTV-Popsirene zur Bluesinterpretin und wieder zurück
Die amerikanische Sängerin und Songschreiberin Cyndi Lauper wird 60
Eine Sendung von Ronald Strehl
"She's So Unusal“ gehört zu den erfolgreichsten Debütalben der Popgeschichte und machte die damals 30-jährige Sängerin und Songschreiberin aus New York über Nacht zum Weltstar: Bizarr gekleidet und mit extravaganter Frisur avancierte Cyndi Lauper in den 80er-Jahren mit Hits wie "Girls Just Want To Have Fun" oder "True Colors" zur MTV-Ikone und zum feministischen Vorbild für eine ganze Generation junger Vorstadtmädchen. Bis heute setzt sich Cyndi Lauper öffentlich für die Rechte der Schwulen und Lesben ein.
In den 90er-Jahren begann Cyndi Lauper eine zweite Karriere als Emmy-ausgezeichnete Schauspielerin. Aktuell ist sie in Amerika in der Serie "Still So Unusual" zu sehen, die von ihrem Leben als Popstar handelt.
2010 überraschte die vielseitige Songschreiberin mit der Vier-Oktavenstimme mit einem traditionellen Blues-Album, das ihr eine Grammy-Nominierung einbrachte. Zu ihren Popwurzeln kehrt Cyndi Lauper dieses Jahr zurück: In Amerika präsentiert sie zum 30-jährigen Jubiläum ihr großartiges Debütalbum "She's So Unusual" in voller Länge live.
Am 22. Juni 1953 wurde Cyndi Lauper im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Ronald Strehl gratuliert ihr in den Nachtclub Classics zum 60. Geburtstag.
"Still Bill"
Die Geschichte des großen afroamerikanischen Sängers und Songwriters Bill Withers
Eine Sendung von Harald Mönkedieck
"Was macht eigentlich …?" - eine Frage, die auch in der Musikwelt gelegentlich von Bedeutung ist, zum Beispiel im Fall des afroamerikanischen Singer-Songwriters Bill Withers. Seine großen Songs aus der ersten Hälfte der 1970er-Jahre ("Ain't No Sunshine", "Lean On Me" u.v.a.) sind bis heute zahlloser Male gecovert worden und oft gesampelte Songklassiker der schwarzen Musik.
Die Bedeutung ihres Schöpfers ist dabei nicht minder groß als zu ihrer Entstehungszeit. Bis Mitte der 80er-Jahre dauerte die Plattenkarriere des in bescheidenen Verhältnissen im US-Bundesstaat West Virginia aufgewachsenen Ex-GIs, dann stieg Bill Withers bewusst und auf eigenen Entschluss aus. Ein letztes Album erschien im Jahr 1985, danach im gleichen Jahrzehnt noch einige wenige Konzerte in Europa und weniger als eine Handvoll Songs für andere - mehr nicht.
Ein Schweigen, das der seit vielen Jahren in Los Angeles lebende Withers nur selten gebrochen hat, für einige wenige Interviews und einen Dokumentarfilm, der die schwarze Musiklegende keinesfalls als ausgebrannten Musikrentner, sondern als hellwachen und gesunden Privatier zeigt. Als einen Mann, der genau weiß, welche Bedeutung sein Werk auch für die heutige Musik hat - und der nicht daran denkt, abermals Erwartungen Außenstehender gerecht zu werden.
"Still Bill" - das ist nicht nur der Titel eines seiner Albumklassiker, es ist die innere Zustandsbeschreibung eines Unbeugsamen. Am 4. Juli wird er 75 Jahre alt.
Glitzerpuppen aus der Gosse
Wie die New York Dolls Punk und Hair Metal erfanden und sich dabei selbst zerstörten
Eine Sendung von Ronald Strehl
1971 gegründet vermischten die New York Dolls den Garagenrock von MC5, den rauen Blues der frühen Rolling Stones und den bittersüßen Girlgroup-Pop der Shangri-Las zu einem pervers-schäbigen Gossen-Rock and Roll, der Punk um Jahre vorwegnahm. Grell geschminkt, in Stöckelschuhen posierend und in den scharfen Klamotten ihrer Freundinnen auftretend, trieben sie die androgyne Optik des Glam auf die Spitze und ebneten so den Weg für den Hair Metal der 80er-Jahre.
Wegen Erfolglosigkeit wurde das derangierte Quintett um Sänger David Johansen nach nur zwei Alben von der Plattenfirma Mercury gefeuert. Nach einer desaströsen Tour durch das konservative Florida löste sich die Band 1975 bereits wieder auf. Dennoch war der Einfluss gewaltig: Bands wie Blondie, die Sex Pistols, Aerosmith, Kiss oder Guns N’ Roses hätte es ohne die New York Dolls so kaum gegeben.
Maßloser Drogen- und Alkoholkonsum behinderte eine halbwegs professionelle Karriere von Beginn an und forderte bereits vor Erscheinen der ersten LP ein erstes Opfer, als Drummer Bill Murcia 1972 bei einer England-Tour in einer Badewanne erstickte. Als Überfan Morrissey 2004 eine Reunion der Dolls initierte, lebten auch Gitarrist Johnny Thunders (starb 1991 nach einer Überdosis Heroin) und Murcia-Nachfolger Jerry Nolan (erlag 1992 einem Infekt) nicht mehr. Bassist Arthur Kane starb wenige Wochen nach der Reunion an Leukämie.
Die Nachtclub Classics mit einem Porträt der New York Dolls, deren von Todd Rundgren produziertes Debüt vor genau 40 Jahren, am 27. Juli 1973, erschienen ist.
Die Playlists zur Sendung: