NDR Info Nachrichten vom 15.06.2013:

Gezi-Park in Istanbul geräumt

Istanbul: Die türkische Polizei hat das Protestlager der Regierungsgegner im Gezi-Park mit Gewalt geräumt. Sie feuerte zuerst massiv Tränengas-Granaten auf das Zeltlager ab und rückte anschließend mit mehreren Hundertschaften auf das Gelände vor. Mit Baggern riss die Stadtverwaltung Barrikaden nieder. Mehrere Verletzte wurden davongetragen. Die Vorsitzende der Grünen, Roth, hielt sich in dem Protestlager auf, als die Räumung begann. Sie zeigte sich entsetzt über das Vorgehen der Polizei. Kurz zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Erdogan den regierungskritischen Besetzern noch ein Ultimatum gestellt und mit Polizeigewalt gedroht. Er reagierte damit auf die Ankündigung der türkischen Protestbewegung, ihren Widerstand fortzusetzen. Die Demonstrationen hatten sich vor zwei Wochen an dem Streit um ein umstrittenes Bauprojekt im Gezi-Park entzündet. Inzwischen geht es der Protestbewegung aber auch um die Verteidigung der Meinungsfreiheit.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Ruhani gewinnt Wahlen im Iran

Teheran: Im Iran hat der Kandidat des Reformlagers, Hassan Ruhani, die Präsidentenwahl gewonnen. Er erzielte mit 51 Prozent der Stimmen bereits im ersten Durchgang die erforderliche absolute Mehrheit. Nach der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses strömten zehntausende Anhänger Rohanis auf die Straßen und feierten. Die USA bekräftigten nach dem Wahlsieg des 64-jährigen ihr Interesse an einer diplomatischen Beilegung des Atomstreits mit Teheran. Man sei weiter zu direkten Kontakten mit der iranischen Regierung bereit, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die britische Regierung forderte Ruhani auf, sein Land auf einen anderen Kurs zu bringen. Israel forderte vom Iran ein Ende des Atomprogramms.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Lastkähne bei Fischbek gesprengt

Magdeburg: Im Kampf gegen das Hochwasser an einem gebrochenen Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist die Sprengung zweier Lastkähne in der Elbe geglückt. Mit der Versenkung der Schiffe wurde nach Angaben der Bundeswehr, eine rund 90 Meter lange Lücke im Deich auf etwa 20 Meter reduziert. Damit kann sich das Hochwasser nicht mehr so stark wie bislang ausbreiten. Im Minutentakt setzten Hubschrauber große Sandsäcke in die Kähne, um sie zu beschweren. Da die Schiffe die Lücke im Damm nicht vollständig schließen konnten soll morgen eine dritte Schute gesprengt werden. In den norddeutschen Hochwassergebieten entspannt sich dagegen die Lage weiter. Heute konnten die ersten Bewohner der geräumten Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein in ihre Häuser zurückkehren.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Linke bekennt sich zum Euro

Dresden: Die Partei "Die Linke" hat sich auf ihrem Bundesparteitag klar zum Euro bekannt. Fraktionschef Gysi sagte, ein Ausstieg aus dem Euro führe zu einer Verelendung des Südens Europas und zu einem Einbruch der deutschen Exportwirtschaft. In diesem Zusammenhang betonte der Fraktionsvorsitzende, dass auch die Linkspartei für eine funktionierende Wirtschaft sowie Privatvermögen sei. Die Wirtschaftspolitik müsse aber sozialer und nachhaltiger gestaltet werden. Die Linke will zudem ihr Programm für die Bundestagswahl verabschieden. Darin fordern die Linken unter anderem einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent sowie höhere Steuern auf Erbschaften und große Vermögen.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Streit in der SPD

Berlin: Drei Monate vor der Bundestagswahl hat SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück Parteichef Gabriel indirekt mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Gegenüber dem "Spiegel" forderte Steinbrück Loyalität ein. Nur eine Bündelung aller Kräfte, auch der des Vorsitzenden, würde eine Abwahl von Kanzlerin Merkel ermöglichen. Steinbrück kritisierte demnach besonders Gabriels Verhalten bei der Sitzung der Bundestagsfraktion am vergangenen Dienstag. Dem Bericht zufolge machte Gabriel in der Sitzung unabgesprochen seinem Unmut über den schleppenden Wahlkampf Luft.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Bundeswehr räumt Masar-i-sharif

Masar-i-Scharif : Die Bundeswehr hat ihren einst gefährlichsten Außenposten in Afghanistan geräumt. Der Stützpunkt in der Unruheprovinz Baghlan wurde in einer feierlichen Zeremonie an die afghanischen Streitkräfte übergeben, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte. Zuletzt waren an dem Stützpunkt rund 200 deutsche Soldaten stationiert. Im Herbst soll mit Kundus ein weiteres Feldlager geschlossen werden, das als Symbol für den verlustreichsten Auslandseinsatz der Bundeswehr gilt. Der Kampfeinsatz der Nato-geführten Schutztruppe Isaf soll Ende 2014 auslaufen.| 15.06.2013 23:00 Uhr

Wettervorhersage

Das Wetter: In der Nacht anfangs im Osten, später zur Ems und Nordsee hin Schauer, sonst meist trocken bei 12 bis 9 Grad. Morgen Sonne und Wolken im Wechsel. Nach Norden hin einige Schauer möglich. Temperaturen von 15 Grad auf Sylt bis 21 Grad in Harznähe. Die weiteren Aussichten: Am Montag heiter, westlich der Weser vereinzelt Schauer und Gewitter, 17 bis 26 Grad. Am Dienstag wechselhaft bei 19 bis 30 Grad.| 15.06.2013 23:00 Uhr

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Radio Nachrichtensprecher im Studio © NDR Fotograf: Christine Raczka
 

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