NDR Info Nachrichten vom 11.06.2013:

Hochwasser drückt auf Deiche

Dömitz: In Norddeutschland drückt das Hochwasser der Elbe mit enormem Druck auf die Deiche. Auch wenn in Mecklenburg-Vorpommern und zunehmend in Niedersachsen der Höhepunkt der Flut bereits erreicht ist, gibt es noch keine Entwarnung. Das Wasser wird noch lange auf hohem Niveau bleiben und entsprechend gegen die Schutzdämme drücken. Damit wächst die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen. Morgen informiert sich Kanzlerin Merkel im niedersächsischen Hitzacker über die Entwicklung. Die Landesregierung kündigte für die Flutopfer in Niedersachsen vierzig Millionen Euro Soforthilfe an, die Hälfte davon sind Bundesmittel. In Schleswig-Holstein wird es eine Million Euro umgehend als Unterstützung geben. Dort stagniert in Lauenburg der Pegelstand der Elbe mittlerweile. Die Lage ist trotzdem angespannt. Merkel stattet auch Lauenburg morgen einen Besuch ab.| 11.06.2013 16:45 Uhr

Türkische Polizei räumt Taksim-Platz

Istanbul: Die türkische Polizei hat den symbolträchtigen Taksim-Platz im Zentrum der Metropole gewaltsam geräumt. Die Beamten setzten Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Ministerpräsident Erdogan dankte den Polizisten für ihren Einsatz und erklärte, das Ende der Toleranz sei erreicht. Die Protestbewegung rief für den Abend zu einer neuen Kundgebung im Istanbuler Gezi-Park auf. Dort hatten die Demonstrationen gegen Erdogan vor knapp zwei Wochen ihren Ausgang genommen.| 11.06.2013 16:45 Uhr

Karlsruhe verhandelt über EZB-Kompetenzen

Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt seit heute über die Frage, ob die Europäische Zentralbank bei der Euro-Rettung ihre Kompetenzen überschritten hat. Dabei geht es um die Ankündigung der Bank, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen hoch verschuldeter Krisenländer zu kaufen, um die gemeinsame Währung zu stützen. Mehrere Kläger monieren, die EZB bürde Deutschland und anderen Euro-Staaten unabsehbare Risiken auf. Sie sehen die im Grundgesetz verankerte Haushaltshoheit des Bundestages verletzt. Dem widersprach Bundesfinanzminister Schäuble. Er sagte in der Anhörung, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Europäische Zentralbank ihr Mandat verletzt habe.| 11.06.2013 16:45 Uhr

Bau des Zentrums über Vertreibungen begonnen

Berlin: In der Hauptstadt haben die Bauarbeiten für die Dokumentationsstätte über Vertreibungen im 20. Jahrhundert begonnen. Dort sollen Flucht und Vertreibung im historischen Kontext dargestellt werden. Bundeskanzlerin Merkel sagte, dazu gehöre auch das Leid von 14 Millionen Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren hatten. Dies wäre ohne den Nationalsozialismus und seine Expansionspolitik aber nicht geschehen, so Merkel weiter. Bauherrin des Dokumentationszentrum ist die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, die 2008 vom Bundestag beschlossen worden war.| 11.06.2013 16:45 Uhr

Urteil wegen Aufruf zur Selbstjustiz

Aurich: Das Amtsgericht hat einen 19-Jährigen wegen Aufrufs zur Selbstjustiz zu zwei Wochen Jugend-Arrest verurteilt. Hintergrund ist der Mord an der 11-jährigen Lena im März vergangenen Jahres. Nach der Festnahme eines vermeintlich Tatverdächtigen hatte der Angeklagte auf Facebook dazu aufgerufen, die Polizeiwache zu stürmen und den Mann anzugreifen. Das Gericht wertete dies als öffentlichen Aufruf zu einer Straftat. Allerdings konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob die Menschenmenge, die sich damals vor der Polizeiwache versammelt hatte, dem Aufruf des 19-jährigen gefolgt war, oder ob es sich um Schaulustige handelte.| 11.06.2013 16:45 Uhr

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Radio Nachrichtensprecher im Studio © NDR Fotograf: Christine Raczka
 

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