NDR Info Nachrichten vom 11.06.2013:

Norddeutschland: Deiche halten noch

Dömitz. Deichläufer und Hubschrauber inspizieren in Norddeutschland, welche Schäden das Hochwasser bisher an den Schutzwällen entlang der Elbe angerichtet hat. Nach wie vor ist die Sorge groß, dass die Dämme dem enormen und lang anhaltenden Wasserdruck nicht standhalten könnten. An zahlreichen Stellen gibt es Sickerpunkte. Größere Schäden blieben bislang aber aus. In Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen hat das Elbehochwasser seinen Höhepunkt erreicht. Die Wasserstände dürften aber noch einige Tage auf hohem Niveau bleiben. In Lauenburg in Schleswig-Holstein konzentrieren sich die Einsatzkräfte jetzt darauf, das Industriegebiet östlich der Altstadt zu sichern. Der Pegelstand der Elbe ist in Lauenburg seit gestern Abend ständig gestiegen. In der Altstadt steht das Wasser bereits kniehoch. Es hat sich einen Weg durch die Kanalisation gesucht. Alle Abpump-Versuche wurden aufgegeben.| 11.06.2013 15:45 Uhr

Karlsruhe verhandelt über EZB-Kompetenzen

Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über die Frage, ob die Europäische Zentralbank bei der Euro-Rettung ihre Kompetenzen überschritten hat. Dabei geht es um die Ankündigung der Bank, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen hoch verschuldeter Krisenländer zu kaufen, um die gemeinsame Währung zu stützen. Mehrere Kläger monieren, die EZB bürde Deutschland und anderen Euro-Staaten unabsehbare Verlustrisiken auf. Sie sehen die im Grundgesetz verankerte Haushaltshoheit des Bundestages verletzt. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Voßkuhle, machte zu Beginn der zweitägigen Verhandlung deutlich, dass es nicht darum gehe, zu beurteilen, ob die Euro-Rettungspolitik wirtschaftlich vernünftig sei. Das Gericht werde nur prüfen, ob die Zentralbank die Kompetenzen in Anspruch nimmt, die ihr von den Nationalstaaten übertragen wurden.| 11.06.2013 15:45 Uhr

Türkische Polizei räumt Taksim-Platz

Istanbul: Die türkische Polizei hat den symbolträchtigen Taksim-Platz im Zentrum der Metropole gewaltsam geräumt. Die Beamten setzten Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Ministerpräsident Erdogan dankte den Polizisten für ihren Einsatz und erklärte, das Ende der Toleranz sei erreicht. Die Protestbewegung rief für den Abend zu einer neuen Kundgebung im Istanbuler Gezi-Park auf. Dort hatten die Demonstrationen gegen Erdogan vor knapp zwei Wochen ihren Ausgang genommen.| 11.06.2013 15:45 Uhr

Nordkorea sagt Gespräche mit dem Süden ab

Seoul: Das für morgen geplante Treffen hochrangiger Vertreter Nord- und Südkoreas ist abgesagt. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung akzeptierte der sozialistische Norden den Chefunterhändler des Südens nicht. Offen blieb vorerst, ob die Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden sollten. Beide Länder wollten auf Ministerebene über die Wiederaufnahme gemeinsamer Wirtschaftsprojekte reden. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach dem dritten Atomtest Nordkoreas im Februar deutlich verschärft. In den vergangenen Tagen sendete das Regime in Pjöngjang dann überraschend wieder Signale der Entspannung aus.| 11.06.2013 15:45 Uhr

Urteil wegen Aufruf zur Selbstjustiz

Aurich: Das Amtsgericht hat einen 19-Jährigen wegen Aufrufs zur Selbstjustiz zu zwei Wochen Jugend-Arrest verurteilt. Hintergrund ist der Mord an der 11-jährigen Lena im März vergangenen Jahres. Nach der Festnahme eines vermeintlich Tatverdächtigen hatte der Angeklagte auf Facebook dazu aufgerufen, die Polizeiwache zu stürmen und den Mann anzugreifen. Das Gericht wertete dies als öffentlichen Aufruf zu einer Straftat. Allerdings konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob die Menschenmenge, die sich damals vor der Polizeiwache versammelt hatte, dem Aufruf des 19-jährigen gefolgt war, oder ob es sich um Schaulustige handelte.| 11.06.2013 15:45 Uhr

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Radio Nachrichtensprecher im Studio © NDR Fotograf: Christine Raczka
 

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